98. Jahrestagung der DOG 2000

V 415

Pilzendophthalmitis: Risikofaktoren, Nachweisverfahren, Prognose

T. Neß1, A. Sander2

Fragestellung: Es sollen die Risikofaktoren, der Stellenwert der diagno-stischen Verfahren und die Prognose der Pilzendophthalmitis dargestellt werden.

Patienten: Es wurden die Krankengeschichten von 10 Patienten ausgewertet, bei denen im Zeitraum von 1995 bis 2000 aufgrund des Verdachtes auf eine Pilzendophthalmitis Proben aus der Vorderkammer und/oder aus dem Glaskörper entnommen wurden.

Ergebnisse: In 8 Fällen konnte ein Pilznachweis geführt werden. Candida Spezies wurden bei 6 und Aspergillus Spezies bei 2 Patienten angezüchtet. Der Nachweis aus der Vorderkammerflüssigkeit gelang nur bei einem Patienten, aus dem unverdünnten Glaskörper bei 6 Patienten. Bei zwei Patienten war nur über die Anreicherung aus der Vitrektomiespül-flüssigkeit einen positiver Kulturbefund möglich. Der serologische Antikörper- und Antigen Nachweis war in keinem Fall hilfreich. Risikofaktor für eine Pilzinfektion waren eine schwere Allgemeinerkrankung (n=5), intravenöser Drogenkonsum(n=2), eine künstliche Herzklappe (n=2) und eine vorausgegangene Kataraktoperation (n=1). Bei allen Patienten mit Candidainfektion erholte sich das Sehvermögen unter systemischer und lokaler antimykotischer Therapie. Trotz intensiver Therapie mussten die Augen mit Endophthalmitis durch Aspergillus enukleiert werden.

Schlussfolgerung: Patienten mit Störung der Immunabwehr haben ein erhöhtes Risiko für eine Pilzendophthalmitis. Besonders erfolgreich lassen sich Pilze aus der Vitrektomiespülflüssigkeit durch Ultrazentrifugation und anschliessende Kultur nachweisen. Die Infektionen mit Candida Spezies haben eine deutlich bessere Prognose als Infektionen mit Aspergillus Spezies.

1 Universitäts-Augenklinik Freiburg, Killianstrasse 5, D-79106 Freiburg
2 Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene, Universität Freiburg



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