98. Jahrestagung der DOG 2000

V 407

Phase-I-Studie der adjuvanten Vakzinierung mit Tyrosinase-Peptiden und mit GM-CSF bei Hochrisiko-Melanompatienten

F. Servetopoulou1 , C. Scheibenbogen2, N. E. Bechrakis1, D. Schadendort3, A. SchmitteI2, E. Thiel2, U. Keilholz2, M. H. Foerster1

Einleitung: Tumorzellen exprimieren spezifische Antigene, die von zytotoxischen T-Lymphozyten (CTL's) erkannt werden können. CTL's können autologe Tumorzellen nach der Erkennung Iysieren. In den letzten Jahren wurden mehrere tumorassoziierte Antigene charakterisiert, die Ziel einer tumorgerichteten T-Zell Antwort sein können. In der vorliegenden Phase I Studie wurden Patienten mit einem okulären oder kutanen Melanom mit einem hohen Rezidiv- oder Metastasierungsrisiko mit Peptid-Epitopen aus dem Tumorantigen Tyrosinase adjuvant geimpft. Ziele dieser Studie sind die Evaluation der Induktion von spezifischen T-Zellen und der Toxizität.

Methoden: Nach chirurgischer Resektion und/oder Bestrahlung sind bei 21 Patien-ten mit einem okulären und 16 Patienten mit einem kutane n Melanom Impfungen von ein bis drei Tyrosinase-Peptiden in einer Dosis von 200 µg (Tag 0) zusammen mit verschiedenen Adjuvantien durchgef?hrt worden: Alle Patienten bekamen 75 µg GM-CSF vom Tag -2 bis +1, entweder allein (n=11) oder zusammen mit 2 IE Teta nus-Toxin am Tag 0 (n=10), oder mit 0,4 mg KLH (VacmunR) am Tag 0 (n=8) oder 100 mg Interleukin-4 vom Tag -2 bis +1 (n=8). Die Impfzyklen wurden nach 2, 4, 6, 10 und 14 Wochen wiederholt. Die Induktion von spezifischen CD8+ T-Zellen wurde mit einem IFNg -ELISPOT- Test direkt aus den peripheren Blutzellen festgestellt.

Ergebnisse: Bei den 37 Patienten trat als einzige Komplikation der Vakzinierung mitunter eine Schwellung und Rötung an der Injektionsstelle auf. Die T-Zell-Antwort wurde bei den ersten 17 Patienten mit 6 kompletten Impfzyklen analysiert: Bei 6 von 11 Patienten mit GM-CSF als Adjuvans und bei 6 von 6 Patienten mit GM-CSF und Tetanus- Toxin wurde eine Tyrosinase-spezifische T -Zell Antwort induziert-

Diskussion: Diese Ergebnisse zeigen, daß beim okulären und kutanen Melanom eine Impfung mit Tyrosinase und GM-CSF eine spezifische T-Zell- Antwort induzieren kann, insbesondere bei Zugabe von Tetanus- Toxin als Adjuvans.

1Augenklinik, Klinikum Benjamin Franklin, Freie Universität Berlin,
2Medizinische Klinik Hämatologie, Onkologie, UKBF Berlin,
3Klinische Kooperationseinheit für Dermatoonkologie, D KFZ, Klinikum Mannheim



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