98. Jahrestagung der DOG 2000

P 404

Subretinales Granulom, retinale Vaskulitis und Keratouveitis bei Schistosomiasis

A. A. Bialasiewicz, A. Hassenstein, U. Schaudig

Einleitung: In Afrika und Asien sind 200 Millionen Menschen an Schisto-stomiais erkrankt. Epibulbäre und extraokulare Granulome wurden beschrieben, aber intraokulare Manifestationen sind selten.

Patient und Verlauf: Es wird ein 32jähriger Patient aus Gambia vorgestellt, der 1994 eine in Gambia mittels Hauttest diagnostizierte Schistosomiasis wegen der Präparatnebenwirkungen nicht behandelt hatte und seit 3 Jahren in Deutschland lebt. Er klagte bei Aufnahme über Abdominalschmerzen, Fieber und eine Visusverminderung L>R.

Bei Aufnahme war der Visus OD –0.75sph 0.8, OS sc 1.0, Tensio OD 31, OS 18mmHg. Morphologie: R>L speckige retrokorneale Präzipitate, beson-ders in der unteren Zirkumferenz, Zellen und Tyndall++, Glaskörper mit Entzündungszellen, Fundus: OD bei 11h peripher großes subretinales Granulom.

Außer einem erhöhten Serum-Lysozym (22.2mg/l (ref. 10-17)) und einer Syphilis im Stadium II-III (TPHA 1:5000 bei negativem VDRL) bestand ein im Enzymimmunoassay nachgewiesener IgG-Antikörpertiter gegen Schi-stosoma mansoni. Im Urin oder Stuhl gelang kein Erregernachweis. Die antiluetische Therapie konnte durchgeführt werden; der spezifischen Bilhar-ziosetherapie entzog sich aber der Patient erneut wegen der ihm bekann-ten Nebenwirkungen.

Diskussion: Intraokulare Manifestationen bei Schistosomiasis sind mit Iri-dozyklitis, retinalen Granulomen, okklusiver retinaler Vaskulitis, Retinitis, Choriocapillaritis und Optikusneuritis beschrieben worden. Im Infektions-modell in New Zealand White Rabbits können intraokulare Granulome auch ohne virulente intraokulare Erreger als Immunreaktion hervorgerufen werden.

Augenklinik mit Poliklinik des Universitäts-Krankenhauses Eppendorf, Hamburg, Martinistr. 52, D-20251 Hamburg



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