98. Jahrestagung der DOG 2000

K 39

Oberflächenmodifikationen von Silikon zur Verbesserung der Keratozytenadhärenz

E. Berger1, K. Hahn1, J. Saedler1, C. F. Kreiner2

Einleitung: Es ist geplant Silikon als Optik einer Keratoprothese zu verwenden. Das Anwachsen von Keratozyten ist dabei eine Grundvoraussetzung, um eine Stabilisierung der Keratoprothese in der Hornhaut zu gewährleisten. Wir untersuchten unterschiedliche Oberflächenmodifikationen des hydrophoben Materials hinsichtlich der Verbesserung der Keratozytenadhärenz.

Methoden: Die in-vitro Untersuchungen von unbehandeltem und mit Ammoniakplasma sowie zusätzlicher Kollagen Typ I Beschichtung oberflächenmodifiziertem Silikon wurden in Gerwebekultur mit humanen Keratozyten durchgeführt. Der oberflächliche Zellbewuchs und die Zellstruktur wurden über einen Zeitraum von 7 Tagen lichtmikroskopisch untersucht.

Ergebnisse: Das Adhärenzverhalten der Zellen auf den unterschiedlichen Oberflächen wurde schon eine Stunde nach der Passage sichtbar. Während auf dem unbehandelten Silikon keine Zellen dokumentiert werden konnten, lagen neben dem Material runde Suspensionszellen. Auf plasmamodifiziertem Material waren die Keratozyten bereits adhärent und hatten mit dem Spreading begonnen. Nach 7 Tagen Kultivierung stand dem konfluenten Zellrasen bei modifizierter Oberfläche das geringe Wachstum vereinzelter Keratozyten auf nicht behandeltem Silikon entgegen.

Diskussion: Nach den positiven Ergebnissen der in-vitro Testungen von oberflächenmodifiziertem Silikon ist es notwendig weitere Untersuchungen in-vivo durchzuführen. Die Herstellung einer adhäsiven Grenzfläche zwischen Silikonoptik und Hornhautstroma wird durch die geringe Menge an Keratozyten in der Hornhaut des Tiermodels erschwert. Deshalb könnte die zusätzliche Kollagen Typ I Beschichtung des plasmamodifizierten Silikons, die in-vitro keine Vorteile aufwies, im Tierversuch hilfreich sein.

1Universitäts-Augenklinik, Doberaner-Str. 140, D-18057 Rostock

2Acri.Tec GmbH, Lindenstr. 22/24; D-16548 Glienicke



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