98. Jahrestagung der DOG 2000

V 385

Amnion als Bindehautersatz bei schweren Verätzungen und Verbrennungen

C. Redbrake, S. Kompa, N. Schrage, R. Kuckelkorn

Hintergrund: Amnion als Bindehaut-Ersatz wurde bereits 1940 von de Rhötth eingeführt.

Bei schweren Verätzungen und Verbrennungen steht häufig nicht genügend Bindehaut zur Verfügung, um größere Defekte nach Narbenexzision zu decken. Hier bietet sich Amnion als Alternative zu Mund- und Nasenschleimhaut an.

Patienten: Bei 14 Augen von 13 Patienten wurde Amnion zur Deckung nach Symblepherolyse (n=8) oder zur Fornixrekonstruktion (n=6) verwendet. Die Nachbeobachtungszeit beträgt 11,9 ± 5,7 Monate.

Ergebnisse: Bei 7 der 8 Augen mit Symblephera war die Rekonstruktion mit Amnion erfolgreich. In einem Fall trat eine erneute leichte Vernarbung auf. Im Gegensatz dazu vernarbten 4 der 6 Augen mit Fornixrekonstruktion wieder vollständig. Die mittlere Vernarbungszeit betrug 3,2 ± 2,4 Monate. In den zwei anderen Fällen blieb der Fornix teilweise erhalten. In allen Fällen kam es jedoch zu einer Abnahme des chronischen Reizzustandes.

Schlußfolgerung: Die Rekonstruktion mit Amnion ist bei kleineren Defekten erfolgreich. Für größere Flächen sind andere Gewebe wie Mund- und Nasenschleimhaut vorzuziehen. Amnion hat jedoch einen sehr positiven Effekt auf den Reizzustand dieser chronisch entzündeten Augen mit schwersten Verätzungen.

Augenklinik der RWTH Aachen, Pauwelsstr. 30, 52057 Aachen



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