98. Jahrestagung der DOG 2000

K 379

Vergleich der Verträglichkeit und Darstellung von korralinen und synthetischen Hydroxylapatitimplantaten in situ mittels 20-Mhz-Ultraschallsonde

A. G. Norda , A. Thomas, J. Steinhauer, H.-W. Meyer-Rüsenberg

Einleitung: Natürlich gewonnenes korallines Hydroxylapatit wird seit 1993 in unserer Klinik nach Enukleation verwendet. Seit 1996 ist auch synthetisch hergestelltes Hydroxylapatit verfügbar. In einer 1999 durchgeführten Studie sollte die Frage beantwortet werden, ob es einen klinisch feststellbaren Unterschied in der Verträglichkeit der beiden Materalien gäbe und ob sich die Implantate mittels einer 20 Mhz - Ultraschallsonde in situ darstellen und unterscheiden lassen.

Methoden: Wir berichten über die Ergebnisse von 25 Patienten, von denen 14 mit einem korallinem Implantat und 11 Patienten mit einer synthetisch hergestellten Hydroxylapatitplombe operativ versorgt wurden. Der mittlere Nachbeobachtungszeitraum betrug 23,6 Monate. Ziel der Studie war es, Daten über die Verträglicheit und Beweglichkeit des Implantates, die Lage des Kunstauges, die Lidstellung und Bindehautverhältnisse zu erhalten. Erstmalig wurde versucht, mittels einer Ultraschallsonde (20Mhz) das Implantat in situ klinisch zu beurteilen.

Ergebnisse: Die subjektive Verträglichkeit aller Implantate lag bei 90%. Es fand sich bei 68% aller Implantate ein signifikant retrahiertes Kunstauge zwischen 1 und 3mm. Nach Implantation von korralinem Hydroxylapatit fand sich in 40% ein Ektropium. In der Gruppe der Patienten mit synthetischer Plombe ließ sich in 40% der untersuchten Fälle eine Ptosis nachweisen. Mittels der 20 Mhz-Sonde ließen sich die anterioren orbitalen Strukturen und der vordere Pol der Hydroxylapatitimplantate darstellen. Zu erkennen waren Oberflächenstrukturen (Bindehaut und Tenon, Einschlusszysten, PEG-Lohrböcher, Muskelansätze). Vaskularisierungsgrad oder Plombentyp waren nicht zu differenzieren.

Diskussion: Beide Hydroxylapatittypen erweisen sich als gut verträgliche
Implantate mit befriedigendem ästhetischen Ergebnis. Ptosis und Ektropium zeigen sich als häufige Komplikation. Die Beurteilung des Implantates mittels Ultraschall ist nur im anterioren Drittel möglich und liefert wenige diagnostische Aussagen. Zur genaueren Untersuchung des gesamten Implantates sind weiterhin die klassischen bildgebenden Verfahren (CT und NMR) erforderlich.

Augenklinik des St.-Josefs-Hospitals Hagen und der Universität Witten-Herdecke



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