98. Jahrestagung der DOG 2000

K 374

Sono-CT – ein neues Verfahren in der ultrasonographischen Diagnostik der Orbita

T. Littan, P. Jacobi, W. E. Lieb

Einleitung: In den letzten Jahren wurde die Bildqualität in der Ultraschalldiagnostik deutlich verbessert. Entscheidend zu dieser Entwicklung haben u.a. Schallköpfe beigetragen, die ein breites Frequenzspektrum anstelle einer einzelnen Frequenz verwenden. Durch schnelle Prozessoren mit hoher Bildbearbeitungsgeschwindigkeit gelingt sogenanntes compound imaging, wie es von der CT- oder MRT-Technologie bekannt ist. Beim Sono CT werden die Ultraschallwellen zur Seite abgelenkt und schwenken dabei über das Objekt. Die reflektierten Ultraschallwellen werden zu 9 Einzelaufnahmen aus verschiedenen Beobachtungswinkeln verarbeitet. Aus diesen wird anschließend ein zweidimensionales Schnittbild errechnet.

Methode: An einem Kollektiv von 18 Patienten im Alter von 44,3 ± 26,9 Jahren führten wir ultrasonographische Untersuchungen des Auges und der Orbita durch. Dazu verwendeten wir einerseits ein herkömmliches US-System mit 10 MHz Schallkopf (I3 System ABD der Firma innovative imaging) andererseits ein modernes US-System mit einem Schallkopf, der ein breites Frequenzspektrum verwendet (5-12 MHz) mit und ohne sono CT Modus (HDI 5000 der Firma ATL, Schallkopf L 12-5 38 ).

Egebnisse: Das moderne US-System ist bei der Darstellung von anterior gelegenen Strukturen wie Dermoid- oder Retentionszysten, bei der Unterdrückung von Artefakten, wie sie bei der Phtisis bulbi auftreten, und bei der Abgrenzung von retrobulbär gelegenen Tumoren dem herkömmlichen System überlegen. Insbesondere mit dem Sono CT treten Binnenstrukturen von Zysten und feine Membranstrukturen deutlicher hervor. Die Abgrenzung von Weichteilgeweben innerhalb solider Läsionen ist deutlicher.

Diskussion: In unserer Studie zeigte sich, daß durch die Weiterentwicklung der Schallköpfe und durch die digitale Bildverarbeitung gegenüber einem herkömmlichen System eine deutlich höhere Bildauflösung und stäkere Unterdrückung von Artefakten gelingt. Der sono CT Modus vermag neben Techniken wie harmonic imaging, Breitbandfrequenztechnologie einen weiteren Beitrag zu diesem Fortschritt zu leisten.

Universitäts-Augenklinik, Josef-Schneider-Str. 11, D-97080 Würzburg



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