98. Jahrestagung der DOG 2000

R 37

Perspektiven der perforierenden Keratoplastik

T. Reinhard, R. Sundmacher

Das langfristige klare Hornhauttransplantatüberleben wird durch eine Vielzahl von Einflußfaktoren begrenzt. Auf (1) Möglichkeiten zur Vermeidung von Immunreaktionen, (2) Perspektiven zum Beherrschen des idiopathischen Endothelzellverlusts sowie (3) Maßnahmen zur rechtzeitigen Erfassung von Augeninnendrucksteigerungen soll näher eingegangen werden.

(1) Bewährte Mittel zur Vermeidung von Immunreaktionen sind lokale Kortikosteroide, systemisches Cyclosporin A sowie zunehmend auch systemisches Mycophenolatmofetil. Neue, noch zu erprobende Optionen umfassen die lokale Applikation von Fk 506 Augentropfen sowie die systemische Gabe von Rapamycin. In ausgeprägten Hochrisikosituationen sind diese Maßnahmen allein aber oft nicht ausreichend. Zukünftig können möglicherweise optimal HLA-gematchte Transplantate, Maßnahmen einer oralen Toleranzinduktion oder molekulargenetische Ansätze zu einer zusätzlichen Verbesserung der Prognose perforierenderTransplantate beitragen.

(2) Der idiopathische Endothelzellverlust ist definiert als ein bislang unerklärtes Absinken der Endothelzelldichte perforierender Hornhauttransplantate. Dieses Phänomen, dem möglicherweise eine subklinisch verlaufende Immunreaktion zugrunde liegt, begrenzt langfristig das klare Überleben der meisten Transplantate. Es existieren Hinweise, dass der Endothelzellverlust bei einem guten HLA-Match kleiner ausfällt als bei einem schlechten. Wird diese Tendenz in größeren Studien bestätigt, so wäre zukünftig für alle perforierenden Keratoplastiken die Verwendung optimal HLA-gematchter Transplantate zu empfehlen.

(3) Postoperative Augeninnendrucksteigerungen verschlechtern das klare Transplantatüberleben statistisch hochsignifikant. Solche Druck-steigerungen können erst seit kurzem mit elektronischen Hilfsmitteln genau erfaßt werden. Es ist zu erwarten, dass die elektronische Augeninnendruckmessung als Voraussetzung für die rechtzeitige Einleitung therapeutischer Maßnahmen das klare Transplantatüberleben steigern kann.

Augenklinik, Heinrich-Heine-Universität, Moorenstr. 5, D-40225 Düsseldorf



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