98. Jahrestagung der DOG 2000

P 365

Diagnostische Wertigkeit von Papillenparametern in der Glaukomdiagnostik

J. B. Jonas1, A. Bergua1, P. Schmitz-Valckenberg2, K. I. Papastathopoulos1

Einleitung: Ziel der Studie war, die diagnostische Wertigkeit von Papillen-parametern in der Glaukomdiagnostik zu untersuchen.

Patienten und Methode: Die Studie umfaßte 500 Normalpersonen, 132 okulär hypertensive Patienten mit Defekten der retinalen Nervenfaser-schicht und normalem Gesichtsfeld („präperimetrisches Glaukomstadium"), und 840 Patienten mit glaukomatösen Gesichtsfeldausfällen. Farbige 15 Grad Stereo Photographien der Papille wurden ausgewertet.

Ergebnisse: Höchste diagnostische Wertigkeit zur Unterscheidung zwi-schen der Normalgruppe und der okulär hypertensiven Studiengruppe hatten der vertikale zur Papillenfläche korrigierte Exkavations-/ Papillen-durchmesserquotient, die neuroretinale Randsaumfläche, der zur Papil-lenfläche korrigierte Randsaum/Papillenflächenquotient, und der zur Papil-lenfläche korrigierte Exkavations-/Papillenflächenquotient. Die diagnosti-sche Wertigkeit war geringer für die Randsaumfläche im temporal unteren und temporal oberen Papillensektor, die zur Papillenfläche korrigierte Ex-kavationsfläche, und den zur Papillenfläche korrigierten horizontalen Ex-kavations-/ Papillendurchmesserquotienten. Diagnostisch weniger hilfreich war die Größe der Zonen Alpha und Beta der parapapillären Atrophie.

Diskussion: In okulär hypertensiven Patienten mit Defekten der retinalen Nervenfaserschicht und normalem Ergebnis der konventionellen achro-matischen Perimetrie gehören der vertikale zur Papillenfläche korrigierte Exkavations-/ Papillendurchmesserquotient, die neuroretinale Randsaum-fläche, der zur Papillenfläche korrigierte Randsaum / Papillenflächenquoti-ent, und der zur Papillenfläche korrigierte Exkavations- / Papillenflächen-quotient zu den wichtigsten Parametern zum Erkennen eines Glaukom-schadens. Eine Korrektur zur Papillenfläche ist besonders notwendig für Parameter, die direkt oder indirekt sich von der Exkavation ableiten. Die parapapilläre Atrophie ist von untergeordneter Bedeutung für das Erken-nen eines frühen Glaukomschadens.

1Augenklinik mit Poliklinik der Universität Erlangen-Nürnberg, D - 91054 Erlangen
2Augenklinik, Evangelisches Stift, D - 56068 Koblenz



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