98. Jahrestagung der DOG 2000

P 363

Prognostischer Wert sinnesphysiologischer Tests bei fortschreitender glaukomatöser Optikusatrophie

F. K. Horn, W. Budde, P. Martus, A. Jünemann, A. Bergua, M. Korth

Einleitung: Ziel der Studie war der Vergleich elektrophysiologischer und psychophysischer Tests in 2 Gruppen "präperimetrischer" Glaukome (Patienten mit fortschreitenden morphologischen Papillenbefunden und Patienten mit unveränderten Befunden) um die prognostische Wertigkeit der Verfahren zu bestimmen.

Patienten: 117 Patienten mit erhöhtem Augeninnendruck, mit beginnender glaukomatöser Optikusatrophie und regelrechter Perimetrie wurden im Lauf der Studie in zwei Gruppen unterteilt: 76 Patienten mit unverändertem glaukomatösen Papillenschaden (G1), 41 Patienten (G2) mit zusätzlichen glaukomatösen Papillen-veränderungen (Abnahme der neuroretinalen Randsaumfläche oder neue Papillenrandblutungen) im Untersuchungs-zeitraum. 98 altersgleiche norma-le Kontrollpersonen (N).

Methoden: Perimetrie (Octopus, G1) und Papillometrie (bis zu 8 Untersuchungen in 6 Jahren). Die zeitliche Kontrastempfindlichkeit (zKE) im Ganzfeld, die örtlich-zeitliche KE mit Musterwechselreiz (özKE), die Gipfellatenz des blau-auf-gelb-VEP und die Amplitude des Muster-ERG wurden bei der ersten Untersuchung ermittelt und die Ergebnisse dieser Messungen am Ende des Beobachtungs-zeitraums verglichen (T -Test).

Ergebnisse: Vergleich sensorischer Tests in drei Gruppen:

  zKE özKE VEP [ms] ERG [m V]
N 1.53± 0.16 1.92± 0.13 116± 8,2 3.5± 1.1
G1 1.37± 0.22 ** 1.86± 0.13 * 120± 9.3 * 3.6± 1.3 n.s.
G2 1.30± 0.26 ** 1.82± 0.16 * 122± 11 * 3.0± 1.0 *
G1vs G2 n.s. n.s. n.s. *
**: P<O.OOl; *: P<O.Ol; n.s.: nicht signifikant

Schlußfolgerung: KE-Tests und VEP sind bei Patienten mit stabilem Papillenbefund und in einer Gruppe mit progressiver Papillenverschlechterung signifikant verschlechtert gegenüber gesunden Kontrollen. Das Muster-ERG zeigt den geringsten Unterschied gegenüber den Kontrollen, weist aber einen signifikanten Unterschied zwischen beiden Patientengruppen auf, was auf einen prognostischen Wert dieses Verfahrens hinweist.

 

Mit Unterstützung durch: DFG (SFB 539)

Universitäts-Augenklinik, Schwabachanlage 6, D - 91054 Erlangen



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