98. Jahrestagung der DOG 2000

P 359

Okuläre Hämodynamik nach passiver Nikotin-Exposition

M. Feucht, K. A. Mollenhauer, K. A. Breidenbach

Einleitung: Passivrauchen gilt als ein Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen. Passiv inhalierter Zigarettenrauch beeinflußt den Gefäßtonus vor allem in Gefäßbetten, die keiner Autoregulation unterliegen, wie dem choroidalen Gefäßsystem.

Methoden: 21 gesunde Probanden (Raucher und Nichtraucher, 9m, 12w, mittleres Alter: 35j) wurden 20 Minuten lang passiv in einem engen verschlossenen Raum starkem Zigarettenrauch ausgesetzt. Zuvor wurden der IOD, der Blutdruck, die Herzfrequenz, die okulären Pulsamplituden,der kapilläre Blutfluß am Kopf des N. opticus und der kapilläre retinale Blutfluß untersucht. Der retinale kapilläre Blutfluß wurde mittels Scanning Laser Doppler Flußmessung (Heidelberg Retina Flowmeter) gemessen, die okulären Pulsamplituden, die in erster Linie die choroidale Durchblutung darstellen, wurden mit dem OBF-System (Uk) Ltd. ermittelt. Der Blutfluß am Kopf des N. opticus wurde mittels kontinuierlicher Laser Doppler Flußmessung nach Riva bestimmt. Die Messungen wurden sofort nach dem Passivrauchen wiederholt. Zur statistischen Auswertung wurde der Wilcoxon-Test verwendet.

Ergebnisse: Die Analyse der gemessenen Parameter zeigte keinen signifikanten Unterschied vor und nach Rauchexposition. Wurden die Probanden jedoch in zwei Gruppen aufgeteilt, d.h. in Raucher und Nichtraucher, zeigten sich deutliche Unterschiede. In der Nichtraucher-Gruppe änderte sich kein Parameter signifikant. In der Rauchergruppe (n=8) zeigte der pulsatile okuläre Blutfluß keine signifikante Änderung (delta x=-28l/min), aber der kapilläre Blutfluß am Kopf des N. opticus sank am temporalen neuroretinalen Randsaum signifikant von x=10,3 AU auf 9,5 AU und ám nasalen von x=8,4 AU auf x=8,2 AU. Die Abnahme am nasalen neuroretinalen Randsaum war nicht signifikant. Der retinale kapilläre Blutfluß zeigte keine statistisch signifikanten Änderungen.

Schlußfolgerungen: Akutes Passivrauchen für 20 Minuten zeigte bei Nichtrauchern keine Veränderungen des okulären Blutflusses. Diese Ergebnisse zeigen, dass ein intaktes Gefäßregulationssystem eine induzierte Vasokonstriktion kompensieren kann. Bei Rauchern jedoch kann Passivrauchen zu einer weiteren Verschlechterung des Blutflusses am Kopf des N. opticus führen.

Universitäts-Augenklinik Hamburg Eppendorf, Martinistr. 52, D-20246 Hamburg



Zurück