98. Jahrestagung der DOG 2000

K 356

Vergleich der Daten der retinalen Nervenfaserschichtdicke von Gesunden und Glaukompatienten mit beginnenden Gesichtsfeld-defekten gemessen mit dem HRT-, NFA- und OCT-Verfahren

M. Klemm, E. Rumberger, R. Schwartz, V. Knospe, B. Fuisting

Einleitung:
Im Verlauf einer Glaukomerkrankung nimmt die Dicke der retinalen Nervenfaserschicht (RNFS) ab und es treten zunehmende Gesichtsfelddefekte auf. Untersucht wurde die Frage, ob die RNFS-Veränderungen den Gesichtsfeldveränderungen vorangehen.

Probanden und Methode: 45 Probanden und 45 Glaukompatienten mit beginnendem Gesichtsfeldverlust (Mean Deviation in der automatischen Perimetrie mit dem Humphrey Field Analyzer £ -5) wurden bezüglich der Unterschiedlichkeit ihrer RNFS-Daten, gemessen mit dem Heidelberg Retinatomographen, dem Nerve Fiber Analyzer und der Optischen Kohärenztomographie, verglichen. Die Datenauswertung erfolgte nach Unterteilung in einen oberen, unteren, nasalen und temporalen Quadranten der Netzhaut.

Ergebnisse: Bezüglich der Perimetriedaten fand sich kein Unterschied zwischen den Gesunden und den Glaukomkranken Die Mean Deviation (MD) der Glaukompatienten mit leichten Gesichtsfelddefekten zeigte vergleichbare Werte wie die der Gesunden. Im Gegensatz dazu weisen die RNFS-Daten gemessen mit dem HRT-(323 zu 268µm), NFA- (87 zu 77µm) und OCT-(93 zu 86µm) Verfahren in dem inferioren Quadranten bezüglich dieser beiden Gruppen jedoch signifikante Unterschiede auf (p < 0,05). Ähnliches gilt beim NFA und OCT auch für den superioren Quadranten.

Diskussion: Die Befunde von Gesunden und Patienten mit beginnendem Glaukomschaden sprechen für die Annahme, daß die Verfahren zur RNFS-Dickenbestimmung ein Glaukom bedingt früher erkennen lassen als die Perimetrie. Langzeitstudien sind erforderlich, um die Veränderungen der RNFS-Dicke und der Gesichtsfelddefekte im Verlauf der Erkrankung vergleichen zu können.

Augenklinik Universität Hamburg, Martinistr. 52, D – 20246 Hamburg



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