98. Jahrestagung der DOG 2000

VV 351

Verlaufskontrollen durch elektronischen „Flickervergleich" von Fotos

J. Funk, G. Pawlowski

Einleitung: Verlaufskontrollen sind ein wesentlicher Bestandteil in der Diagnostik verschiedener Augenerkrankungen. Üblicherweise werden dazu in regelmäßigen Abständen Fotos angefertigt und miteinander verglichen. Eine der Möglichkeiten eines solchen Bildvergleichs besteht darin, zwei Einzelbilder übereinander zu projizieren und dann alternierend zu betrachten. Unterschiede zwischen den beiden Bildern erscheinen dabei als „flickernde" Bewegung. Eine elektronische Variante dieses „Flickervergleichs" ist jetzt kommerziell erhältlich.

Methode: Das Flickermodul besteht aus 1) einem Diascanner, 2) einem Programm zur Ausrichtung und Größenanpassung eingescannter (oder elektronisch gespeicherter) Bilder, und 3) einem Programm zur alternierenden Präsentation der angeglichenen Bilder.

Ergebnisse: Der gesamte Bildvergleich dauert für ein Diapaar inklusive Einscannen 5 Minuten, ohne Einscannen 3 Minuten. Hauptan-wendungsbereich des elektronischen Flickertests ist bei uns die Verlaufsbeobachtung der Papillenstruktur beim Glaukom. Darüberhinaus setzen wir das System aber auch ein bei Aderhautmelanomen, Iristumoren und zur Beurteilung des Therapieeffektes bei entzündlichen Herden in der Netzhaut. In nahezu allen Fällen erlaubt der elektronische Flickervergleich eine zuverlässige Entscheidung, ob im zeitlichen Verlauf eine Änderung aufgetreten ist oder nicht.

Schlußfolgerung: Nach unseren Erfahrungen ist die elektronische Variante des Flickervergleichs eine einfache, schnelle und dennoch zuverlässige Methode. Sie kann in der täglichen Routinepraxis ebenso Anwendung finden wie in der Auswertung wissenschaftlicher Studien.

Universitäts-Augenklinik, Killianstr. 5, D-79106 Freiburg  



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