98. Jahrestagung der DOG 2000

K 350

Auswertung Fundus-orientierter Perimetrie bei Glaukom

M. Flad, T. J. Dietrich, F. Stumpp, A. Schuster, D. Neumann, U. Schiefer

Ziel: Glaukom-Gesichtsfeldbefunde werden zur quantitativen Verlaufs-kontrolle meist durch einen einzigen Zahlenwert ("GF-Index") beschrieben. Ziel dieser Studie ist der Vergleich des "CIGTS-Werts" (Collaborative Interventional Glaucoma Treatment Study), der eine zensierte Skala ver-wendet, mit einer neu eingeführten Größe, dem perimetrischen "Defekt-volumen" (DV).

Methoden: Die Gesichtsfelduntersuchungen erfolgten als Fundusorien-tierte Perimetrie (FOP) unter Verwendung individueller Prüfpunktraster mit lokaler Stimulusverdichtung in morphologisch glaukomverdächtigen Fundusarealen, und zwar dreimal im Abstand von je einem halben Jahr. Zur Auswertung diente ein für die FOP modifiziertes CIGTS-Punktesystem und vergleichend das DV als Abweichung vom Normgesichtsfeld.

Patienten: 47 glaukomkranke oder glaukomverdächtige Personen (14 bis 78 Jahre), davon 21 unter lokalem Carboanhydraseinhibitor (CAI), 26 ohne CAI-Therapie. Einschlußkriterien: Visus > 0,5; Refraktionsfehler sph < 6dpt, zyl < 3dpt; Gesichtsfeldbefunde Stadium 0-3 nach Aulhorn; keine anderen relevanten Augenerkrankungen; keine Einnahme von Miotika.

Ergebnisse: Übereinstimmend für beide Bewertungsmethoden blieben 30 Patienten (63.8%) im Untersuchungszeitraum von einem Jahr stabil, drei zeigten eine Progression, zwei einen unregelmäßigen Verlauf, und ein Pa-tient schien sich zu verbessern. Unterschiedliche Ergebnisse erbrachten beide Auswertungsmethoden bei den übrigen 11 Patienten, wobei das DV eher zur Progression neigte, CIGTS hingegen eher unregelmäßige Ver-läufe ergab.

Diskussion: Das von der Form und Größe des Skotoms unabhängige Defektvolumen scheint eine gute Ergänzung zu Wertungsskalen wie dem CIGTS-Punktesystem zu sein.

Mit Unterstützung der Firma MSD Sharpe & Dohme, Haar

Universitäts-Augenklinik Tübingen, Abt. II, Schleichstr. 12–16, D-72076 Tübingen


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