98. Jahrestagung der DOG 2000

K 348

Stickoxid-Produktion in kultivierten, pigmentierten Ziliarkörperepithelzellen des Schweines

C. Erb1,3, Z. Callaerts-Végh2, W. E. Haefeli2, J. Flammer1, I. O. Haefliger1

Einleitung: Stickoxid (NO) ist ein wichtiger Mediator in der Regulation von aktiven Prozessen. Ziel der Studie war es nachzuweisen, ob Stickoxid von pigmentierten Ziliarkörperepithelzellen (PZEZ) in Kultur gebildet wird und diese Produktion pharmakologisch beeinflusst werden kann.

Methoden: PZEZ–Kulturen wurden von frisch enukleierten Schweineaugen angelegt. Die Zellen wuchsen in DMEM mit Glukose (4,5 g/l), fötalem Kälberserum (10%), und L-Arginin (2mM). Nach Erreichen eines konfluenten Monolayers wurde das Medium gewechselt. Danach wurden im Abstand von 2, 6, 12, 24, 48, 72 und 96 Stunden Medienproben entnommen und Nitrat, ein stabiler Metabolit von NO, mit der Hochdruck-Flüssigkeits-Chromatographie (HPLC) bestimmt. Zusätzlich wurden Nitratspiegel nach 2 und 24 Stunden unter Zugabe von L-NAME (1m M), Acetylcholin (10m M) oder Bradykinin (10m M) untersucht.

Ergebnisse: Zwischen der 2. (8± 3 m M) und der 24. Stunde (19,1± 2,3 m M) stieg die Nitrat-Produktion graduell bis zu einem stabilen Plateau an. Im Vergleich zu den Kontrollen wurde die Nitrat-Produktion nach 24 Stunden durch L-NAME (15.3 ± 0.6, p<0.001) oder durch Acetylcholin (12.9 ± 0.8, p<0.001) gehemmt, durch Bradykinin (22 ± 1.1, p<0.01) hingegen stimuliert.

Diskussion: Diese Ergebnisse weisen darauf hin, dass kultivierte PZEZ des Schweines NO bilden können und diese Produktion durch Acetylcholin und Bradykinin moduliert werden kann.

1Universitäts-Augenklinik Basel,
2Kantonsspital Basel, Abt. Innere Medizin, Klinische Pharmakologie, Schweiz; 3Medizinische Hochschule Hannover, Augenklinik



Zurück