98. Jahrestagung der DOG 2000

P 337

Topometrie der Glaukompapille: Entspricht die Randsaumfläche der Glaukompapille der Lage korrespondierender Gesichtsfeldausfälle?

T. U. Bartke, S. C. Keller, A. F. Scheuerle, R. O. W. Burk

Der Zusammenhang zwischen morphologischem Papillenbefund und glaukomatö-sem Funktionsschaden ist seit langem Gegenstand der klinischen Glaukom-forschung. Schon 1960 veröffentlichten Aulhorn und Harms eine systematische Studie über die Beziehungen zwischen umschriebenen Veränderungen der Glau-kompapille und den dazugehörigen Gesichtsfeldveränderungen. Die Absicht unserer Untersuchungen war es, mit Hilfe der Laser-Scanning-Tomographie die Randsaumfläche im temporal oberen bzw. unteren Oktanden der Papille von Glaukompatienten in Beziehung zu den entsprechenden glaukomatösen Ge-sichtsfelddefekten zu setzen.

Methoden: 111 Augen von 111 Patienten wurden mittels Octopus-Perimetrie und 10° Bildausschnittstopometrie mit dem Heidelberg Retina Tomographen (HRT) untersucht. Neben einem altersangepaßtem Normalkollektiv untersuchten wir Patienten mit einem umschriebenen (Stadien II und III nach Aulhorn, Gruppe A) bzw. stärker ausgeprägtem, mehr als einen Quadranten umfassendem (Stadium IV, Gruppe C) Gesichtsfeldschaden oberhalb sowie unterhalb der Horizontalen, Gruppen B und D.

Ergebnisse: Die durchschnittliche Randsaumfläche betrug im temporal oberem Oktanden 0,187±0,043mm2 für das Normalkollektiv bzw. 0,134±0,041mm2, 0,092±0,045mm2, 0,109±0,042mm2 und 0,087±0,043mm2 für die Gruppen A bis D. Abgesehen von den Gruppen mit stark ausgeprägtem, mehr als einen Quadranten umfassendem Gesichtsfeldschaden waren die Unterschiede statistisch signifikant, Mann-Whitney-U-Test, p<0.05. Nur für die Kontrollgruppe, sowie für die Gruppen mit GF-Schaden nach unten wurde eine signifikante Korrelation zwischen Rand-saumfläche im temporal oberen (RFTS) und unterem (RFTI) Oktanten gefunden, Spearman Rangkorrelation, p<0.01.Für die Gruppen mit umschriebenem GF-Defekt wurde eine signifikante Korrelation zwischen RFTS und der mittleren Defekttiefe MD festgestellt. Die Korrelation zwischen den untersuchten Gruppen und den Meßparametern RFTS, RFTI, MD und CPSD war jeweils hochsignifikant, p<0,001.

Schlußfolgerung: Im Vergleich zum Normalkollektiv finden sich bei Patienten mit Glaukompapille eine statistisch signifikante Reduktion der Randsaumfläche im temporal oberen bzw. unteren Oktanten in Übereinstimmung mit dem Gesichtsfeldbefund.

Universitäts-Augenklinik Heidelberg, INF 400, D-69120 Heidelberg



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