98. Jahrestagung der DOG 2000

K 332

Farbsinnstörungen bei Patienten mit arterieller Hypertonie

A. Rust1, C. Erb1, G. Schwartze1, J. Radermacher2, R. Winter1

Fragestellung: Inwieweit wird die Farbwahrnehmung bei Patienten mit einer arteriellen Hypertonie beeinflusst.

Patienten und Methoden: Untersucht wurden 35 Patienten (w:m=14:21; Durchschnittsalter 51± 13) mit einer arteriellen Hypertonie im Vergleich zu 62 gesunden Kontrollen (w:m=34:28; Durchschnittsalter 49± 9). Als Ausschlusskriterien galten Augen- und Allgemeinerkrankungen. Neben dem ophthalmologischen Status (Sehschärfe, Refraktion, Augeninnendruck, Cup/Disc-Ratio, Fundus) wurde der Farbtest Roth 28 Hue (E) desaturiert angewendet. Dieser wurde monokular unter folgenden Standardbedingungen durchgeführt: Hintergrund war ein schwarzer Karton, die Beleuchtung bestand aus 2 Fluoreszenzlampen (Osram L36W/12 LDL Daylight). Die Lichtstärke betrug 2000 lux.

Ergebnisse: Die ophthalmologischen Untersuchungen waren bei den Patienten wie auch bei den Kontrollen unauffällig. Im Farbtest Roth 28 Hue (E) desaturiert zeigten sich bei den Patienten deutliche Farbsinnstörungen (Fehlersumme=Median± MAD; 152± 51; p<0,001) im Vergleich zu den Kontrollen (Fehlersumme=72± 53,4). Eine spezielle Farbachsenlage konnte jedoch nicht nachgewiesen werden.

Diskussion: Trotz der unauffälligen ophthalmologischen Untersuchungen zeigten sich bei den Patienten mit einer arteriellen Hypertonie deutliche Farbsinnstörungen. Gerade im Hinblick auf Farbsinnuntersuchungen bei ophthalmologischen Erkrankungen, wie zum Beispiel dem Glaukom, sind derartige Einflüsse bei der Interpretation zu berücksichtigen.

Medizinische Hochschule Hannover, 1Augenklinik, 2Abteilung Nephrologie, Carl-Neuberg Str.1, D - 30625 Hannover



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