98. Jahrestagung der DOG 2000

P 331

Vergleich eines computergestützten mit einem herkömmlichen Farbflecktest

I. Frisch1, K. Rohrschneider1, H.-R. Koch2

Rechnergestützte Farbtests erlauben eine Speicherung der Untersuchungsdaten und somit eine direkte automatische Auswertung und Vergleichsmöglichkeit der Testergeb-nisse mit computergestützter Diagnosestellung. Ziel dieser Studie sind der Vergleich des neuen computergestützten Farbflecktestes mit dem eingeführten Farbfleckver-fahren hinsichtlich Spezifität und Sensitivität.

Methode: Verwendet wird ein analog dem entsättigten Panel-Test nach Lanthony entwickelter computergestützter Farbflecktest. Dieser wird auf einem geeichten Moni-tor mit einer Monitorleuchtdichte von 60cd/m2 dargeboten. Untersucht werden 26 mittels des Anomaloskopes als farbnormal und 38 als farbanomal eingestufte Pro-banden. Der computergestützte Farbflecktest sowie der klassische Test nach Lan-thony werden bei allen Probanden monokular bei standardisierter Beleuchtung von 740 Lux durchgeführt. Die Ergebnisse werden hinsichtlich Spezifität und Sensitivität verglichen. Die Sensitivität berechnet sich hierbei aus der Berechnung der bezüglich ihrer Verwechslungsachse richtig erkannten Farbsinnstörungen.

Ergebnisse: Weder im computergestützten noch im klassischen Testverfahren bot einer der Normalprobanden ein pathologisches Ergebnis (Spezifität 100%). Die Sensitivität betrug für Tritanstörungen 71,4% (5/7), für Protanstörungen 78,6% (11/14) und für Deutanstörungen 11,1% (1/9). Insgesamt lag die Sensitivität des Computer-testes im Vergleich zum klassischen Testverfahren bei 68,8% (22/32).

Schlußfolgerung: Der rechnergestützte Farbflecktest weist bei guter Spezifität eine niedrigere Sensitivität als der klassische Panel auf. In der Handhabung und weiteren Bearbeitung der Ergebnisse bietet das computergestützte Testverfahren eindeutig Vorteile. Infolge der unterschiedlichen Farbdreiecke ist am Monitor nur bei entsättigten Tests ein vergleichbar sensitives Ergebnis erreichbar. Hier sollte durch Optimierung der Verwechslungslinien eine weitere Verbesserung erreicht werden. Es gilt, den Com-putertest hinsichtlich seiner Standardisierung weiter zu optimieren.

1Universitäts-Augenklinik Heidelberg, INF 400, 69120 Heidelberg

2Klinik Dardenne, Friedrich-Ebert-Str.23-25, 53177 Bonn



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