98. Jahrestagung der DOG 2000

P 328

Häufigkeit, Schweregrad und Lage von Gesichtsfeldausfällen bei 120 Augen mit Drusenpapille

A. E. Mantel, E. Gramer

Einleitung: Retrospektive Untersuchung von Häufigkeit, Schweregrad und Lage von Gesichtsfeldausfällen bei Patienten mit Drusenpapillen.

Methoden: Bei 120 Augen (66 Patienten) mit sonographisch gesicherten Drusen des Sehnervenkopfes lag eine Untersuchung des zentralen Gesichtsfeldes mit dem Octopus-Perimeter (500EZ oder 201) und der Außengrenzen mit dem Goldmann-Perimeter vor. Gesichtsfeldausfälle wurden in 4 Stadien eingeteilt: I: relative Skotome, II: punktförmige absolute Skotome ohne Verbindung zum blinden Fleck, III: absolute Skotome, mit Verbindung zum blinden Fleck, IV: ausgedehnte absolute Skotome über mindestens zwei Quadranten im parazentralen Gesichtsfeld bei Erhalt einer zentralen Gesichtsfeldinsel.

Ergebnisse: 74 von 120 Augen (61,7%) wiesen Gesichtsfeldausfälle auf: 47 Augen (63,1%) waren im Stadium I, 17 (23,0%) im Stadium 11,2 (2,7%) im Stadium III und 8 (10,8%) im Stadium IV. Die Ausfälle lagen bei 24,5% im nasaloberen, bei 18,2% im temporaloberen, bei 35,0% im nasal unteren und bei 22,4% im temporal unteren Quadranten. Eine bilaterale Drusenpapille lag bei 102 der 120 Augen vor (77,3%). Hiervon wurde bei 47,1% ein beidseitiger GesichtsfeldausFall festgestellt, bei 23,5% ein einseitiger Ausfalt und bei 29,4% kein AusFall. Bei Patienten mit unilateraler Drusenpapille lag ein GesichtsfeldausFall bei 73,3% vor.

Diskussion: Bei Patienten mit Drusenpapillen liegen bei mehr als der Hälfte der Augen (61,7%) Gesichtsfeldausfälte vor, häufig im nasal unteren Quadranten. Patienten mit bilateraler Drusenpapille haben gegenüber solchen mit unitateraler keine größere Häufigkeit von Gesichtsfeldausfällen, weisen aber im Mittel schwerere Ausfälle auf. Bei 3 von 24 Patienten mit beidseitigen Gesichtsfeldausfällen waren diese so schwer, daß keine Fähigkeit zum Führen eines Kraftfahrzeuges mehr bestand. Gesichtsfeldfolgeuntersuchungen sind daher bei allen Patienten mit Drusenpapillen erforderlich.

Augenklinik der Julius-Maximilians-Universität, Josef-Schneider-Str. 11 , D-97080 Würzburg



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