98. Jahrestagung der DOG 2000

K 315

Früherfassung retinaler Funktionsstörungen bei Morbus Best mit Hilfe des multifokalen ERGs (MF-ERG)

A. M. Palmowski, R. Allgayer, B. Heinemann-Vernaleken, V. Scheerer

Einleitung: Lokalisierte retinale Funktionsstörungen im Rahmen eines Morbus Best sollen frühzeitig mit dem multifokalen ERG aufgezeigt und charakterisiert werden.

Methoden: Untersucht wurden eine 30 Jahre alte (Pat.1) und eine 36 Jahre alte Patientin (Pat.2) mit Sehverschlechterung. Die Familienanamnese ergab bei Pat.1 das Vorliegen eines M. Best bei einer Schwester. Zur weiteren Abklärung wurden folgende Untersuchungen durchgeführt: Perimetrie, Farnsworth panel D 15, Fluoreszenzangiographie (FLA), sowie ERG und EOG nach ISCEV Standard. Ein multifokales Zapfen-ERG wurde ebenFalls durchgeführt (VERIS TM, 103 Hexagone, m Sequenz 2^15, Lmax 200 cd/m^2, Kontrast 99%).

Ergebnisse: Ophthalmoskopisch zeigten sich bei beiden Patientinnen perimakuläre Verschiebungen des RPE. Pat.1 Visus: OD: 0.2, OS: 0.2, Farnsworth panel D15: Protan/Deutan Anomalie. Pat.2 Visus: OD: 1.25, OS: 1.25, Farnsworth panel D15: regelrecht. Pat 1&2: Perimetrie (Octopus d32): kleine relative Skotome perifoveolar. Das photopische und skotopische Ganzfeld ERG war unauffällig. Der Arden- Quotient war herabgesetzt. FLA: R/L Perifoveolare Hyperfluoreszenz. MF-ERG, Reizantwort 1. Ordnung: Das Verhältnis der jeweiligen Amplitude (N1P1; P1N2) zur Gesamtreizantwort lag für alle Exzentrizitäten außerhalb der Norm (altersentsprechende Kontrollgruppe: n=20).

Diskussion: Das MF-ERG kann bei M.Best retinale Funktionsstörungen aufzeigen bevor das Ganzfeld ERG pathologisch ist. Im Gegensatz zu anderen Erkrankungen scheinen bei M. Best im MF-ERG die Amplituden vor den Latenzzeiten betroffen zu sein.

Unterstützt durch DFG Pa 609/2

Universitäts-Augenklinik, D-66421 Homburg



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