98. Jahrestagung der DOG 2000

V 314

Multifokales ERG bei zentraler areolärer Aderhautdystrophie

B. Feigl, A. Haas

Einleitung: Der Vorteil des multifokalen ERG`s gegenüber dem Ganzfeld-ERG, liegt in einer gezielten Austestung der zentralen Netzhautfunktion und einer Detektion von lokalen Netzhautschäden.

Die zentralen areolären Aderhautdystrophie ist autosomal dominant vererbt und imponiert als zentrales, scharf begrenztes Areal mit Atrophie des Pigementepithels und der darunterliegenden Choriokapillaris. Häufig findet man in der Ganzfeld Elektroretinographie nur diskrete Veränderung.

Ziel unserer Studie war die elektroretinographische Aktivität des hinteren Augenpols bei diesen Patienten mit dem multifokalen ERG zu untersuchen.

Patienten und Methoden: Wir führten an 4 Patienten mit bekannter zentraler areolärer Aderhautdystrophie sowohl ein photopisches Ganzfeld- als auch ein multifokales ERG durch. Als Kontrollgruppe dienten uns 10 augengesunde Personen.

Ergebnisse: Alle Patienten zeigten eine deutliche Verminderung aller multifokalen Antworten an beiden Augen, während sich eine deutliche Reduktion der Zapfenantworten beidseits im Ganzfeld- ERG nur in 3 Augen nachweisen ließ. Subnormale Antworten ließen sich in 2 Augen ableiten, normale Antworten in 3 Augen. AufFallend war auch, dass die funduskopisch betroffenen Areale deutlich kleiner waren, als die im multifokalen ERG dedektierten Funktionsschäden.

Diskussion: Das multifokale ERG ist als sensibler Indikator bei der zentralen areolären Aderhautdystrophie zu sehen. Gerade bezüglich der Progression des Erkrankungsbildes, bei noch normalen Ganzfeld ERG, kann es von grossem Nutzen sein und Funktionsschäden aufdecken, die selbst ophthalmoskopisch noch nicht sichtbar sind.

Augenklinik, Karl-Franzenzs-Universität, Auenbruggerplatz 4, A-8036 Graz



Zurück