98. Jahrestagung der DOG 2000

P 30

Quantifizierung der Blut-Kammerwasser-Schranke nach perforierender Keratoplastik und simultaner extrakapsulärer Kataraktextraktion mit Hinterkammerlinsenimplantation

N. X. Nguyen, A. Langenbucher, B. Seitz, M. Graupner, C. Cursiefen, M. Küchle

Hintergrund: Ziel dieser Arbeit war es, Veränderungen der Blut-Kammerwasser-Schranke (BKS) nach perforierender Keratoplastik (PK) und simultaner extrakapsulärer Katarktextraktion mit Hinterkammerlinsenimplantation (Triple-OP) nichtinvasiv zu quantifizieren und deren Ausmaß mit Veränderungen bei reiner PK zu vergleichen.

Patienten und Methode: Die Studie umfaßte 68 Augen nach Triple-OP und 171 Augen nach reiner PK. Die Diagnose zur Hornhauttransplantation wasr Fuchssche Hornhaut-Endothel-Dystrophie 39%, Keratokonus 44%, stromale Hornhautdystrophie 3% und nicht- vaskularisierte Hornhautnarben 6%. Die postoperative lokale Steroid-Therapie war für beide Gruppen standardisiert. Die Beurteilung der BKS erfolgte mit dem Laser Flare-Cell Meter (FC-1000, Kowa) in einem definierten postoperativen Raster (10. Tag, 6 Wochen, dann alle 3 Monate postoperativ bis 1 Jahr). Patienten mit anderen Erkrankungen oder früheren Operationen, die zu Veränderungen der BKS führen können, wurden aus der Studie ausgeschlossen.

Ergebnisse: In der postoperativen Frühphase zeigten Patienten mit Triple-OP deulich signifikant höhere Tyndallometriewerte (21,9 ± 11,0 Photon counts/ms) als Patienten mit reiner PK (8,3 ± 3,2; p = 0,01). Sechs Wochen postoperativ normalisierte sich die Tyndallometriewerte bei Patienten nach reiner PK (6,2 ± 2,3), während die Patienten mit Triple-OP noch grenzwertig erhöhte Werte hatten (8,8 ± 4,6; p = 0,01). Sechs Monate postoperativ normalisierten sich auch die Tyndallometriewerte bei Patienten mit Triple-OP (7,0 ± 3,8) und unterschieden sich nicht mehr signifikant (p>0,05) von Werten nach reiner PK .

Zeitpunkt

10.Tag

6 Wochen

3 Monate

6 Monate

9 Monate

12Monate

Triple-OP

21,0 ± 11,0

8,8± 4,6

9,2 ± 4,8

7,0 ± 3,8

6,3 ± 2,5

6,7 ± 3,6

Reine PK

8,8 ± 3,2

6,2± 2,3

5,1 ± 2,1

4,7 ± 1,9

5,1 ± 2,3

5,0 ± 1,8



Schlußfolgerung: Triple-OPs verursachen eine stärkere und länger anhaltende Störung der BKS als reine PKs. Die klinische Relevanz der BKS-Störung auf die Endothelzellzahl und die Inzidenz von immunologischen Transplantatreaktionen muß in weiteren Studien untersucht werden.

Augenklinik mit Polikilinik, Universität Erlangen-Nürnberg, Schwabachanlage 6, D-91054 Erlangen

Mit Unterstützung der BMFT (IZKF, Projekt B13)



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