98. Jahrestagung der DOG 2000

K 289

Häufigkeit der idiopathischen polipösen choroidalen Vaskulopathie bei Patienten mit exsudativer Makuladegeneration

U. Schneider, W. Inhoffen, F. Gelisken, I. Kreissig

Hintergrund: Die idiopathische polipöse choroidaleVaskulopathie (IPCV) ist in Europa eine seltene exsudative Makulopathie, die ähnlich der altersbezogenen Makuladegeneration (AMD) zu serösen und hämor-rhagischen Abhebungen des Pigmentepithels und der neurosensorischen Netzhaut führt. Die Häufigkeit von ICPV-Läsionen soll an einem großen Patientengut mit Makuladegeneration und V.a. eine choroidale Neovaskularisation (CNV) untersucht werden.

Methode: Fluoreszein- und Indozyaningrünangiogramme von 1753 Patienten mit exsudativer Makuladegeneration und V.a. CNV wurden retrospektiv untersucht. Eine IPCV wurde anhand der typischen indozyaningrünangiographischen Zeichen mit hyperfluoreszenten vaskulären Dilatationen des choroidalen Gefäßsystems in der Frühphase und einem ´wash-out´ Phänomen in der Spätphase diagnostiziert.

Ergebnisse: IPCV-Läsionen wurden bei 14 Patienten diagnostiziert. Alle Patienten waren älter als 50 Jahre. Die IPCV-Läsionen waren peripapillär bei 6 und makulär bei 8 Patienten, unilateral bei 10 und bilateral bei 4 Patienten. Große weiche Drusen am kontralateralen Auge zeigten 2 der 14 Patienten.

Diskussion: Die vorliegenden Ergebnisse zeigen, daß bei einem kleinen Teil der Patienten mit einer exsudativen Makuladegeneration und V. a. eine CNV stattdessen indozyaningrünangiographisch IPCV-Läsionen vorliegen. Differentialdiagnostisch sollte eine polipöse choroidale Vaskulopathie mittels Indozyaningrünangiographie ausgeschlossen werden, da der natürliche Verlauf, die Prognose und die Behandlungsstrategien bei der AMD und der IPCV unterschiedlich sind.

Universitäts-Augenklinik Tübingen, Abteilung III (Netzhaut- und Glaskörperchirurgie), Schleichstr. 12, D-72076 Tübingen



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