98. Jahrestagung der DOG 2000

P 273

Hereditäre retinale arterielle Tortuositas

U. Schönherr, N. Wakili


Hintergrund: Die hereditäre retinale arterielle Tortuositas ist ein seltenes Krankheitsbild, dessen Ursache noch ungeklärt ist. Sie imponiert mit rezidivierenden Glakörperblutungen bei insgesamt guter Prognose.

Patienten: Wir berichten über einen 50-jährigen Vater und seinen 11-jährigen Sohn, die sich wegen rezidivierender Glaskörperblutung vorstellten. Bei beiden Patienten lag die Refraktion zwischen +5,5 und +6,5 dpt. Extraokuläre Krankheiten konnten nicht festgestellt werden. Am Fundus beider Patienten zeigte sich eine ausgeprägte Tortuositas der retinalen Arteriolen, wogegen die retinalen Venen einen regelrechten Verlauf aufwiesen. Fluoreszenzangiographisch zeigten die sehr engen Arteriolen keine Blut-Retina-Schrankendefekte, die Predilektionsstellen für die Glaskörperblutungen konnten fluoreszenzangiographisch nicht nachgewiesen werden.

Ergebnisse: Die Glaskörperblutungen waren folgenlos resorbiert worden.

Schlußfolgerungen: Es handelt sich bei den Patienten offensichtlich um eine hereditäre retinale arterielle Tortuositas. Eine Therapiemöglichkeit besteht nicht. Die Glaskörperblutungen haben sich komplikationslos resorbiert und insgesamt ist mit einer guten Prognose zu rechnen.

Augenklinik mit Poliklinik der Universität Erlangen-Nürnberg, Schwabachanlage 6, 91054 Erlangen



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