98. Jahrestagung der DOG 2000

P 264

Hochfrequenzsonographie (20 MHz)
bei komplizierter Linsenchirurgie

W. Schmidt

Hintergrund: Seit einigen Jahren wird die Hochfrequenzsonographie zur nichtinvasiven Diagnostik des vorderen Augenabschnittes eingesetzt. Untersucht wurde die Wertigkeit der Hochfrequenzsonographie (20MHz) für die Linsenchirurgie bei komplizierter Ausgangssituation.

Methode: Die Studie erfolgte mit dem I3-Sonographiegerät. (Innovative Imaging Inc., Sacramento, USA). Praeoperativ untersucht wurden 18 Augen.

Indikationen zur Hochfrequenzsonographie waren: Trauma, Subluxation der kristallinen Linse, Haptik-Luxation nach IOL-Implantation, Nanophthalmus. Untersucht wurden der Kapselsack, Halteapparat der Linse sowie Lage der Haptik bezogen auf Ziliarkörper bzw. Sulcus ciliaris.

Ergebnisse: Mittels der Hochfrequenzsonographie lassen sich subluxierte kristalline oder Kunstlinsen auch bei reduziertem Einblick exakt in ihrer Lagebeziehung zu Iris, Ziliarkörper oder Glaskörpergrenzmembran darstellen. Die Linsenkapsel ist in Ihrer gesamten Kontur darstellbar, und eine eventuelle Kontinuitätsunterbrechung läßt sich sicher nachweisen. Eine Beurteilung des Halteapparates der kristallinen Linse bzw. nach IOL-Implantation ist möglich.

Diskussion: Die Beurteilung von Linsenkapsel, Zonula und Ziliarkörper ist mittels der 10 MHz-Sonographie nur erschwert bzw. nicht möglich. Die Hochfrequenzsonographie bietet hier wichtige Zusatzinformationen zur Planung des operativen Vorgehens. Ein Vorteil der 20MHz gegenüber der Ultraschallbiomikroskopie (50MHz) liegt in der größeren Eindringtiefe.

Augenklinik der Justus-Liebig-Universität, Friedrichstr. 18, D-35392 Gießen



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