98. Jahrestagung der DOG 2000

R 243

Differenzierung des okulären Oberflächenepithels

D. Meller, K.-P. Steuhl

Das okuläre Oberflächenepithel umfaßt das Hornhaut- und Bindehautepithel. Beide Epithelien haben eine wichtige Bedeutung in der Integrität der Augenoberfläche. Das Bindehautepithel ist ein hochdifferenziertes Epithelgewebe, indem ultrastrukturell fünf unterschiedliche epitheliale Zellphänotypen differenziert werden können. Histologisch werden vereinfacht nur zwei Phänotypen unterschieden: die Becherzelle und der in der angloamerikanischen Literatur vereinfacht als "non-goblet cell (Nicht-Becherzelle)" bezeichnete Zellphänotyp. Hornhaut- und Bindehautepithel lassen sich durch eine unterschiedliche Expression von Zytokeratinen und Muzinen unterscheiden. Die zelluläre Differenzierung steht in enger Verbindung mit der Proliferation ihrer Teilungszellen, die wiederum von den Stammzellen ausgehen. Zahlreiche Studien lassen vermuten, daß die epithelialen Stammzellen der Hornhaut in den basalen Schichten des Limbus lokalisiert sind. Die Lokalisation der epithelialen Stammzellen der Bindehaut wird jedoch zur Zeit noch kontrovers diskutiert. In dem ersten Modell werden die epithelialen Stammzellen der Bindehaut vorwiegend in den Umschlagsfalten vermutet. In dem zweiten Modell wird der Mukosa-Hautübergang der Lidränder als mögliche Nische für konjunktivale Stammzellen diskutiert. Charakteristische Merkmale von epithelialen Vorläuferzellen der Konjunktiva und des Limbus bleiben bei der Kultivierung mit Amnionmembran erhalten. Dieses Modell bietet sich möglicherweise zur ex vivo Expansion von epithelialen Vorläuferzellen zur Behandlung von Stammzellinsuffizienzen des okulären Oberflächenepithels an.

Augenklinik, Universität-Gesamthochschule Essen, Essen



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