98. Jahrestagung der DOG 2000

V 24

Können vitreomakuläre Traktionen bei Pigmentepithelabhebungen Einrisse im retinalen Pigmentepithel auslösen? –
ZuFall oder zugrunde liegender Pathomechanismus?

C. H. Meyer, C. A. Toth

Einleitung: In Augen mit altersabhäniger Makuladegeneration (AMD) und einer choroidalen Neovaskularisation (CNV) können Abhebungen des retinalen Pigmentepithels (PED) sowie spontane Einrisse im retinalen Pigmentepithel (RPE) auftreten. Für das sogenannte Rip-Syndrom werden vor allem tangential Scherkräfte im RPE oder der CNV verantwortlich gemacht.

Patienten und Methoden: Bei sechs AMD-Patienten mit CNV unter-suchten wir beide Augen mit Biomikroskopie, Fluoreszenz Angiographie (FA), optischer Kohärenz Tomographie (OCT) und in einigen Fällen kinetischem B-Scan Ultraschall. Jeder Patient hatte ein spontanes Rip-Syndrom und ein vitreomakulärer Traktion in wenigstens einem Auge.

Ergebnisse: Ein Patient mit bekannter fibrovaskulärer Pigmentepithel-abhebung bemerkte einen akuten VisusabFall und zeigte einen akuten Riss im RPE. Die FA zeigte die klassischen Zeichen: Hypofluoreszenz wo das aufgerollt RPE war und eine gut demarkierte, bogenförmige Hyperfluoreszenz im Bereich des Pigmentepitheldefektes. Das OCT zeigte eine hyperreflektive domförmige Konfiguration des retrahierten RPE. Die inneren Anteile der Netzhaut waren zur Seite einer vitreomakulären Adhärenzen verzogen. Der kinetische B-Scan Ultraschall zeigte ein echoreiches Reflektionsmuster im zentralen Glaskörper und eine partielle hintere Glaskörperabhebung mit verbliebenen Adhärenzen an Sehnerv und Fovea. In allen 6 Fällen waren vitreomakuläre Traktion im Bereich der Fovea im OCT erkennbar.

Diskussion: Von vitreomakulären Traktionen mag ein chronischer Stimulus ausgehen, der zur Bildung vom Rissen im RPE führt. Wechselnde mechanische Kräfte des Glaskröpers während Augenbewegungen, als auch kontinuierliche statische Scherkräfte des gealterten Glaskörpers sind mögliche Erklärungen eine Traktion über vitreoretinale Adhärenzen auf die Netzhaut zu übertragen.

Department of Ophthalmology, Duke University Medical Center, Box 3802, Durham NC 27710, USA



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