98. Jahrestagung der DOG 2000

P 237

Klinische Untersuchung zur Verweildauer und Wirkdauer von Liposicâ AT bei Keratokonjunktivitis sicca

S. Torens, E. Berger, J. Stave, R. Guthoff

Hintergrund: Das Krankheitsbild der Keratokonjunktivitis sicca gehört zu der am häufigsten gestellten Diagnose in der ophthalmologischen Praxis. Üblicherweise werden zur Substitutionstherapie Tränenersatzmittel eingesetzt. Die präkorneale Verweildauer dieser Präparate hat entscheidenden Einfluss auf die subjektive Beschwerdefreiheit der Patienten. Das Ziel dieser Studie war die vergleichende Untersuchung der Verweildauer und Wirkdauer nach Einmalapplikation von LIPOSICâ AT bei Augengesunden und Patienten mit Keratokonjunktivitis sicca.

Patienten / Methoden: Wir untersuchten die Augenpaare von je zehn Patienten. Die Auswahl erfolgte mit Hilfe des Schirmer-Testes II und der Break-up-time (BUT). War die BUT kleiner als 10 sec und der Schirmer-Test geringer als 10 mm / 5 min, lag eine Sicca-Symptomatik vor.

Die präkorneale Verweildauer wurde mittels bildmorphologischem Nachweis mit Hilfe des modifizierten Laser-Rastermikrokops (CLSO/Fa. Zeiss) bestimmt. Als Parameter der Wirkdauer galt die NIBUT (Non-Invasiv-Break-Up-Time).

Ergebnisse: Es besteht eine deutlich längere Verweildauer von LIPOSICâ AT bei
Patienten mit Keratokonjunktivitis sicca als bei Augengesunden in der vergleichenden Untersuchung des behandelten und unbehandelten Auges. Gleichzeitig konnte eine Verlängerung der NIBUT bei Patienten mit Benetzungsstörungen nachgewiesen werden.

Diskussion: Die mittels Fluoreszein (invasiv) ermittelte Tränen-filmaufreißzeit (BUT) hat sich klinisch als Maß für die Stabilität des Tränenfilms bewährt, ist jedoch störanfällig. Die Non-invasiv-break-up-time (NIBUT) gilt als sensitiverer Parameter. Die durch die Applikation von LIPOSICâ AT bewirkte Verlängerung der NIBUT am behandelten Auge über die bildmorphologisch ermittelte Verweildauer hinaus, lässt auf eine längere Wirkdauer durch Stabilisierung des Tränenfilms schließen. Dies ist insbesondere von klinischer Relevanz für die Beschwerdefreiheit und die damit verbundene Applikationsrate des Präparates für den Patienten.

Universitäts-Augenklinik Rostock, Doberaner Str. 140, D-18055 Rostock



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