98. Jahrestagung der DOG 2000

K 208

Linsenbrechkraft und Linsendicke bei unterschiedlicher Refraktion

M. Bechmann, M. Schaumberger, C. L. Schönfeld, K. Ludwig

Einleitung: Um eine scharfe Abbildung eines Objektes auf der Netzhaut zu erzeugen, müssen eine Reihe von Voraussetzungen erfüllt sein. Die hierfür maßgeblichen Faktoren wie Brechkraft von Hornhaut und Linse sowie Achsenlänge des Auges müssen, um den Zustand der Emmetropie zu erreichen bzw. zu erhalten, genau aufeinander abgestimmt sein. Über eine gegenseitige Beeinflussung dieser Parameter ist bisher nur wenig bekannt. In der hier vorgestellten Studie wurde untersucht, ob ein Zusammenhang zwischen Achsenlänge einerseits sowie Linsendicke bzw. Linsenbrechkraft andererseits besteht.

Methoden: An 66 augengesunden Probanden im Alter zwischen 20 und 30 Jahren wurden mittels Ultraschall- Biometrie Vorderkammertiefe, Linsendicke und Bulbusgesamtlänge vermessen. Ebenso wurden objektive und subjektive Refraktion sowie Hornhautbrechkraft bestimmt. Die Untersuchung erfolgte in Zykloplegie. Entsprechend wurde nach einem auf der Gullstrandschen Gleichung basierenden mathematischen Modell die äquivalente Brechkraft der Linse berechnet.

Ergebnisse: Die vorliegende Untersuchung zeigte erwartungsgemäß einen signifikanten Zusammenhang zwischen Refraktion und Bulbuslänge. Die Absolutwerte der Linsendicke wiesen jedoch bei emmetropen, myopen und hyperopen Probanden keinen nachweisbaren Unterschied auf. Ebenso war die äquivalente Brechkraft der Linse von der Refraktion unabhängig. Der Quotient aus Linsendicke und Bulbuslänge korrelierte jedoch signifikant mit der Refraktion der Probanden.

Diskussion: Der im Verhältnis zur Bulbusgesamtlänge höhere axiale Durchmesser hyperoper Linsen bzw. geringere axiale Durchmesser myoper Linsen war primär nicht zu erwarten. Trotz Verschiebungen der axialen Größenverhältnisse bei unterschiedlicher Refraktion bleiben die entsprechenden axialen Linsendurchmesser sowie die äquivalente Linsenbrechkraft hiervon unbeeinflußt. Ob dieses Phänomen für die Entwicklung der Refraktion von Bedeutung sein kann ist Gegenstand weiterer Untersuchungen.

Augenklinik der Ludwig-Maximilians-Universität München, Mathildenstr. 8, D-80336 München



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