98. Jahrestagung der DOG 2000

V 195

Multifokale Elektroretinographie bei Patienten mit nicht exsudativen und exsudativen Formen der altersabhängigen Makuladegeneration

B. Jurklies, M. Weismann, N. Bornfeld

Es sollten die Auswirkungen exsudativer und nicht exsudativer Formen der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) auf die fokale Netzhautfunktion unter Verwendung der multifokalen Elektroretinographie evaluiert werden.

Methoden: Auf der Basis von klinischen und fluoreszeinangiographischen Befunden wurden 81 Augen von Patienten mit nicht exsudativer AMD und 55 Patienten mit einer exsudativen AMD in mehrere Gruppen unterteilt: Patienten mit nicht exsudativer AMD wurden in Gruppe I mit Drusen und geographischer Atrophie und in Gruppe II nur mit Drusen unterteilt. Patienten mit exsudativer AMD wurden unterteilt in Gruppe I mit klassischen, Gruppe II mit okkulten und Gruppe III mit gemischten (okkult&klassisch) choroidalen Neovaskularisationsmembranen (CNV). In pseudorandomisierten m-Sequenzen wurden mit 103 hexagonalen Feldern die zentralen 25x30° der Retina stimuliert und für jedes Feld eine gemittelte Antwort abgeleitet (VERIS-System, EDI, San Francisco). Die maximale Leuchtdichte betrug 200 cd/m2 bzw. 300 cd/m2. Die gemittelten Amplituden und Gipfelzeiten (Kernel erster Ordnung) unterschiedlicher Exzentrität (Ring 1 (zentral) bis Ring 6 (peripher)) wurden mit jenen der Normgruppe verglichen. Normalisierte Amplituden und Gipfelzeiten der Gruppen wurden miteinander verglichen.

Ergebnisse: Im Vergleich zur Normgruppe wiesen alle Gruppen Amplitudenverminderungen und Gipfelzeitverlängerungen auf. Bei den nicht exsudativen Formen waren diese bei Gruppe I stärker als bei Gruppe II beeinträchtigt, während bei den exsudativen Formen Gruppe III die ausgeprägtesten Veränderungen aufwies. Die Unterschiede waren zentral stärker ausgeprägt als peripher und gegenüber der Norm statistisch signifikant.

Schlußfolgerungen: Die Parameter des Kernels erster Ordnung waren unterschiedlich stark in Abhängigkeit von der Exzentrität und von der Lage der Läsion affiziert. Letzteres könnte zumindest zum Teil mit dem Aktivitätsgrad der exsudativen bzw dem Grad der Ausprägung der nicht exsudativen Veränderungen korrelieren.

Universitätsaugenklinik Essen, Hufelandstraße 55, D-45122 Essen

Gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Ju 379/1-1



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