98. Jahrestagung der DOG 2000

V 180

Er:YAG-Laserabtragung der Lamima limit. interna beim Schwein

P. Janknecht, T. Wesendahl, N. Feltgen, J. Wiek, B. Guessregen, B. Ott, M. Frenz

Einleitung: Aufbauend auf unseren in-vitro Erfahrungen mit einem Er:YAG-Laser wollten wir prüfen, ob es möglich ist, in vivo intraoperativ die Lamina limitans interna (ILL) abzutragen.

Methoden: Wir vitrektomierten 16 Augen (15 Schweine). Die ILL wurde mit einem frei laufenden Er:YAG Laser abgetragen (l =2.94 µm, Pulslänge 250 m s, Repetitionsrate 1,7 Hz, Energiedichte 0,6 bis 2,05 J/cm
2 ). Das Laserlicht wurde mit einer freihändig gehaltenen, weniger als 1 mm von der Netzhaut entfernten und in Perfluordecalin (PFCL) eintauchenden ZrF4 Faser übertragen. Die Augen wurde unmittelbar nach der Laserbehandlung (Gruppe 1, 11 Augen) bzw. 2 Wochen später (Gruppe 2, 5 Augen) enukleiert und histologisch untersucht.

Ergebnisse: Gruppe 1: 9 Augen konnten untersucht werden (bei 2 Augen Probleme mit Fixation, wurden nicht weiter betrachtet). In 4/9 Augen Augen war die ILL entweder entfernt oder abgehoben, in 1 Auge hatte es eine oberflächliche Blutung gegeben und in 4 Augen war die ILL noch intakt. In diesen Fällen war intraoperativ weder eine Weißverfärbung noch eine Blutung aufgetreten. Gruppe 2: 4 Augen konnten weiter untersucht werden (1 Auge mit Problemen bei Fixation, wurde nicht weiter betrachtet). In 3 Fällen war die ILL entweder entfernt oder abgehoben, und in je einem Auge fand sich eine oberflächliche Blutung bzw. eine intakte ILL (in diesem Fall war intraoperativ weder eine Weißverfärbung noch eine Blutung sichtbar geworden). In beiden Gruppen war die Nervenfaserschicht im Bereich der Lasereinwirkung dicker als in der benachbarten Netzhaut, sei es wegen eines Ödems oder nicht entferntem Debris.

Schlußfolgerung: Es ist auch in vivo möglich, die ILL mit einem Er:YAG-Laser zu entfernen. Schwierig ist es allerdings, die dafür notwendige Energiedichte zu bestimmen. Die intraoperative Weißverfärbung ist nach unseren Erfahrungen mit den Tieren aus diesem Experiment ein Anhaltspunkt, doch Erfahrungen mit älteren Tieren zeigen, daß dieses klinische Zeichen nicht völlig verläßlich ist. Es ist möglicherweise erforderlich, die Abtragtiefe kontinuierlich mit Hilfe eines Laserkohärenztomographieverfahrens zu messen.

Augenklinik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg



Zurück