98. Jahrestagung der DOG 2000

K 173

Funktionelle Ergebnisse nach vitreoretinaler Chirurgie bei Komplikationen infolge Venenastverschlüssen

U. E. M. Flach1, A. Nestler2, F. Faude2, F. G. Holz1

Einleitung: Die Prognose nach Venenastverschlüssen (VAV) ist meist günstig. Selten treten Komplikationen mit erheblicher Visusminderung auf. Wir untersuchten die funktionelle Prognose nach vitreoretinaler Chirurgie bei ischämischen und nicht ischämischen Komplikationen im Rahmen von VAV.

Patienten und Methode: 25 Patienten (Alter 61,2 ± 10 Jahre) wurden in einer retrospektiven Untersuchung ausgewertet. Die mittlere Nachbeobachtungszeit betrug 14 Monate. Die Operation erfolgte im Mittel 39 ± 65 Monate nach Erstdiagnose des VAV. Der präoperative Visus betrug bei 21 Patienten (88%) £ 0,1. Die Komplikationen im Rahmen des VAV umfaßten Glaskörper-hämorrhagie (12%), epiretinale Gliose der Makula (12%), rhegmatogene Amotio retinae (8%), und durchgreifendes Makulaforamen (4%).

Ergebnisse: Der postoperative Visus war bei 10 Patienten (40%) <0,1, bei 11 (44%) 0,1-0,4 und bei 4 (16%) ³ 0,5. Ein zweiter vitreoretinaler Eingriff war bei 8 Patienten erforderlich wegen erneuter Glaskörperhämorrhagie (12%), PVR-Amotio (8%) und epiretinaler Gliose (12%). Bei reoperierten Augen betrug der postoperative Visus im Mittel 0,05, bei einmalig operierten Augen 0,2.

Schlußfolgerungen: Bei den meisten Patienten kann mittels vitreoretinaler Chirurgie eine Visusverbesserung erzielt werden. Allerdings ist die Visus-prognose bei VAV mit Komplikationen, die einen vitreoretinalen Eingriff erforderlich machen, eingeschränkt. Insbesondere beim Auftreten weiterer Komplikationen ist mit erheblicher irreversiebler Visusminderung zu rechnen.

1Universitäts-Augenklinik Heidelberg, Im Neuenheimer Feld 400,

D-69120 Heidelberg

2Universitäts-Augenklinik Leipzig, Liebigstr. 10-14, D-04103 Leipzig



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