98. Jahrestagung der DOG 2000

P 171

Intravitreale Injektion von kristallinem Kortison als unterstützende Therapie einer beginnenden Phthisis bulbi

J. K. Hayler, J. B. Jonas

Einleitung: Ziel des Berichtes ist es, den klinischen Verlauf nach kristalli-ner intravitrealer Kortisoninjektion bei Patienten mit beginnender Phthisis bulbi darzustellen.

Methoden: Zwei Patienten stellten sich mit chronischer okulärer Hypotonie und beginnender Phthisis bulbi vor, die durch ödematöse und neovasku-larisierte Hornhaut, aufgehobene Vorderkammer und intraokuläre Druck-werte unter 2 mm Hg gekennzeichnet war. Der erste Patient mit weit fort-geschrittenem primären Offenwinkelglaukom hatte eine traumatische Bul-busruptur mit expulsiver Blutung erlitten. Das Auge wurde mit einer Pars-plana-Vitrektomie, Entfernung der suprachoroidalen Blutung und Silikon-ölendotamponade der wiederangehefteten Retinareste therapiert. Auf-grund des Verlustes von intraokularem Gewebe war in ca. 50 % des Fun-dus die Sklera ohne darüberliegende Netz- oder Aderhaut sichtbar. Der zweite Patient wurde nach erfolgloser Bestrahlung einer altersassoziierten Makuladegeneration durch eine Makularotation mit zirkulärer peripherer Retinorhexis und Silikonölendotamponade therapiert. Bei postoperativer Kontrolle nach 10 Wochen zeigte der Patient eine ödematöse und neo-vaskularisierte Hornhaut. Der Augeninnendruck bei aufgehobener Vorderkammer lag unter 2 mm Hg. Bei beiden Patienten wurden 20 mg kristallines Kortison (Triamcinolonacetonid) intravitreal injiziert. Die Nach-beobachtungszeit nach Kortisonininjektion betrug 3 und 5 Wochen.

Ergebnisse: Bei beiden Patienten stieg der Augeninnendruck nach Injek-tion auf Werte zwischen 6 mmHg und 14mm Hg an. Im Verlauf wurde ein deutlicher Rückgang der kornealen Neovaskularisation mit partiellem Auf-klaren der Hornhaut ohne erkannte toxische Nebenwirkungen der Korti-soninjektion beobachtet.

Diskussion: Die bisherigen Ergebnisse nach kurzem Nachbeobachtungs-zeitraum deuten daruf hin, daß die intravitreale Injektion von kristallinem Kortison möglicherweise ein nützliches Hilfsmittel in der Therapie der be-ginnenden Phthisis bulbi sein könnte.

Augenklinik mit Poliklinik der Universität Erlangen-Nürnberg,
Schwabachanlage 6, D-91054 Erlangen



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