98. Jahrestagung der DOG 2000

V 167

Implantation von Stimulationselektroden in den Subretinalraum zum Nachweis von reizkorrelierten kortikalen Antworten bei Versuchs-tieren (VEP,SPECT) im Rahmen der Entwicklung von Sehprothesen

H. G. Sachs1, K. Kobuch1, H. Schwahn2, F. Gekeler2, E. Zrenner2, V.-P. Gabel1

Einleitung: Zum Nachweis der Machbarkeit einer subretinalen elektrischen Stimulation mit folgender kortikaler Antwort wurden bei Minipigs subretinale Stimulationsfolien implantiert. Die Möglichkeit einer epiduralen Ableitung von VEP Potentialen beim Minischwein sollte demonstriert werden.

Methoden: Foliengebundene Stimulationselektrodenarrays wurden im Rahmen einer pars plana Vitrektomie im Subretinalraum von narkotisierten Yucatan Minipigs plaziert. Auf diese Weise war es möglich die Netzhaut aus dem Subretinalraum heraus zu stimulieren. Da konventionelle VEP Ableitungen beim Schwein nahezu unmöglich sind wurden von neurochirurgischer Seite epidurale Ableitelektrodenarrays als Dauerelektroden über dem visuellen Cortex plaziert. Zuvor wurde der visuelle Kortex mit Hilfe von SPECT Untersuchungen lokalisiert und der operative Zugang für dieses Tiermodell entwickelt.

Ergebnisse: Die Möglichkeit einer temporären Implantation von foliengebundenen Stimulationselektrodenarrays im Rahmen einer ppV konnte am Minipig Modell erfolgreich demonstriert werden. Auf Stimulation mit monopolaren Spannungspulsen (1000-3000 mV) konnten reproduzierbare epidurale VEP Ableitungen (5-10mV) nachgewiesen werden.

Diskussion: Die Möglichkeit der subretinalen Stimulierbarkeit der Netzhaut in einem dem Menschen ähnlichen Netzhautmodell konnte gezeigt werden. Es steht mit dem Minipig damit ein Tiermodell zur Verfügung das für weiterführende Untersuchungen über die Verträglichkeit von Stimulationssituationen im Rahmen der Sehprothesenentwicklung geeignet ist.

1Universitäts-Augenklinik, Franz Josef Strauß Allee 11, 93042 Regensburg;

2Universitäs-Augenklinik Abt II, Neuroophthalmologie, Schleichstr.12-16, 72076 Tübingen


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