98. Jahrestagung der DOG 2000

K 161

Ein laser-scanner-ophthalmoskop für die zweidimensionale zeitaufgelöste messung der fundus-autofluoreszenz

D. Schweitzer, A. Kolb, M. Hammer

Zielstellung: Als Ursache der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) werden metabolische Veränderungen angenommen. Die getrennte Messung der örtlichen Verteilung verschiedener Fluorophore kann einen Beitrag zur Aufklärung des Pathomechanismus dieser Erkrankung leisten.

Methode: Die quantitative Messung der Autofluoreszenz am Fundus ist mit folgenden Problemen verbunden: Die Intensität der Fluoreszenz ist etwa drei Größenordnungen niedriger als die der Fundusreflexion. Eine spezifische Anregung von Fluorophoren im UV ist wegen der Absorptionskante der Linse bei 400 nm nicht möglich. Die altersabhängige Transparenz der Okularmedien erschwert die Messung der schwachen Fluoreszenzsignale. Die zweidimensionale Detektion verschiedener Fluorophore ist sehr zeitaufwendig. Diese Probleme können durch die Messung der Fluoreszenzabklingzeiten (im ns-Bereich) nach Anregung mit kurzen Impulsen gelöst werden. Die Abklingzeit der Flureszenz, die prinzipiell im Zeit- oder im Frequenzbereich gemessen werden kann, ist eine spezifische Eigenschaft der Fluorophore und hängt nicht von der Fluoreszenzintensität ab.

Ergebnisse: Unter Berücksichtigung der maximal zulässigen Bestrahlungsstärke erwies sich das zeitkorrelierte Einzelphotonenzählen als das optimale Verfahren für die Messung der Abklingzeit nach kurzzeitiger Fluoreszenzanregung. Diese wurde realisiert durch einen mit einem konventionellen Scanning Laser Ophthalmoskop (SLO) verbundenen aktiv modegelockten Argonlaser, der 300 ps-Impulse im Wellelängenbereich zwischen 458 und 514 nm mit einer Wiederholfrequenz von 77 MHz liefert. Die einzelnen Fluoreszenzphotonen wurden von einem zeitkorrelierten Photonenzähler registriert, der über ein routing Modul mit dem Scanner synchronisiert ist. Das System nimmt die Fluoreszenzabklingzeiten in einem 20°-Feld mit einer Auflösung von 0.05 mm in ca. 3 Sekunden auf. Erste in vivo Aufnahmen werden vorgestellt.

Augenklinik der FSU Jena


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