98. Jahrestagung der DOG 2000

V 159

Multifokale Elektroretinographie bei Patienten mit altersabhängiger Makuladegeneration und geographischer Atrophie

M. Weismann, B. Jurklies

Einleitung: Die Auswirkungen der geographischen Atrophie im Rahmen der altersabhängigen Maculadegeneration (AMD) auf die Netzhautfunktion sollten mit Hilfe der multifokalen Elektroretinographie (MFERG) untersucht werden.

Methoden: Anhand von Fundusphotographien und Fluoreszeinzangiographien wurden 81 Augen von Patienten mit trockener AMD in zwei Gruppen eingeteilt: Gruppe I (27 Augen) waren Augen mit Drusen und geographischer Atrophie, Gruppe II (54 Augen) waren Augen mit Drusen ohne Anzeichen von geographischer Atrophie.

Mit der multifokalen Elektroretinographie (VERIS, EDI, San Francisco) wurden 103 lokale Netzhautantworten auf hexagonale Stimuli aus dem zentralen Bereich (25x30°) der Netzhaut abgeleitet. Das Kernel erster Ordnung wurde extrahiert. Für die Auswertung wurden die lokalen Antworten zu konzentrisch um den Fixationspunkt angeordneten Ringen zusammengefasst (Ring 1: Zentrum bis Ring 6: äusserster Ring). Die gemittelten Amplituden und Gipfelzeiten des ersten negativen ("a-Welle") und positiven ("b-Welle") Gipfels dieser Ringe wurden ausgewertet.

Ergebnisse: Im Vergleich zu einer Kontrollgruppe waren die mittleren Amplituden ("a"-, "b"-Welle) der Gruppen I und II reduziert. Diese waren bei Gruppe I stärker als bei Gruppe II beeinträchtigt. Die Unterschiede waren im Zentrum stärker ausgeprägt als in der Peripherie und statistisch signifikant.

Die mittleren Gipfelzeiten ("a"-, "b"-Welle) der Gruppen I und II waren im Vergleich zur Kontrollgruppe verlängert. Sie waren bei Gruppe I stärker als bei Gruppe II beeinträchtigt.Die Unterschiede waren im Zentrum stärker ausgeprägt als in der Peripherie und statistisch signifikant.

Diskussion: Geographische Atrophie führt zu statistisch signifikanten Veränderungen von Amplituden und Gipfelzeiten der "a"- und "b-Welle". Die lokalen Antworten werden durch die geographische Atrophie stärker verändert als duch Drusen allein.

Gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (Ju 379/1-1)

Universitätsklinikum Essen, Augenklinik, Hufelandstr. 55, 45122 Essen



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