98. Jahrestagung der DOG 2000

V 151

Zur Reproduzierbarkeit von multifokalen ERG-Ableitungen

T. Meigen, A. Friedrich

Einleitung: Das multifokale ERG (MF-ERG) kann zum Nachweis lokaler Funktionsstörungen der Netzhaut eingesetzt werden. Dies setzt eine hohe Reproduzierbarkeit der MF-ERGs aller Testfelder voraus, auch wenn die Fläche jedes Feldes und das entsprechende Signal-Rausch-Verhältnis kleiner ist als bei Ganzfeld-ERGs. Wir prüften die Reproduzierbarkeit des MF-ERG sowohl innerhalb einer Sitzung, als auch zwischen 2 Sitzungen.

Methoden: Für alle 6 Versuchspersonen mit normaler Sehschärfe wurden zwei Sitzungen an 2 unterschiedlichen Tagen durchgeführt. MF-ERGs auf ein Reizmuster mit 61 Hexagonen (VERIS-System) wurden unter Mydriasis monokular mit einer DTL-Elektrode abgeleitet. In jeder Sitzung wurden 2 kurze (3,5 min) und 2 lange Ableitungen (7 min) durchgeführt. Der relative Variationskoeffizient RCV== diente zur Abschätzung der Variabilität von 2 Amplituden und . Mit Hilfe einer ANOVA prüften wir den Einfluss der Faktoren (A) Sitzung (innerhalb vs. zwischen 2 Sitzungen), (B) Messdauer (3.5 min vs. 7 min) und (C) Art der ERG-Kurve (Hexagon-Kurve vs. VERIS Ring-Mittelwertkurven) auf RCV.

Ergebnisse: Gemittelt über alle Ableitbedingungen und Versuchspersonen ergab sich ein relativer Variationskoeffizient RCV von 6.6±3.9% (Mittelwert ±SD). Die ANOVA zeigte eine signifikante Differenz (p=0.018) zwischen Hexagon-Kurven (RCV=7.7±3.3%) und VERIS Ring-Mittelwertkurven (RCV=5.4±4.2%) für den Faktor (C). Desweiteren ergab sich eine signifikante Interaktion (p=0.016) der Faktoren (A) und (B), welche eine niedrige Variabilität der langen Ableitungen innerhalb einer Sitzung (RCV=4.5±2.6%) und eine höhere Variabilität der kurzen Ableitungen zwischen zwei Sitzungen (RCV=7.9±4.2%) widerspiegelt. Alle übrigen Faktoren und Interaktionen zeigten keinen signifikanten Effekt (p>0.05).

Diskussion: Das MF-ERG kann sogar bei kurzen Ableitungen für einzelne Hexagone mit einer hohen Reproduzierbarkeit abgeleitet werden. Da der Faktor (A) allein keinen signifikanten Effekt zeigte, scheint die Variabilität der MF-ERG Ableitungen durch das neue Einsetzen der DTL-Elektrode in der zweiten Sitzung nicht wesentlich zuzunehmen. In Folgestudien wollen wir prüfen, ob eine ähnliche Reproduzierbarkeit der Messungen auch bei pathologisch reduzierten MF-ERG Amplituden erreicht werden kann.

Universitäts-Augenklinik Würzburg, Josef-Schneider-Str. 11, 97080 Würzburg



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