98. Jahrestagung der DOG 2000

P 145

Zum Einfluss der Stimulusgeometrie auf Antworten im multifokalen ERG

U. Kretschmann123, R. Gockeln2, S. Scholz1

Einleitung: Bei der Ableitung multifokaler ERGs werden verschiedene Stimulusgeometrien verwandt, die eine unterschiedlich räumliche Auflösung ermöglichen. Ziel der Studie ist es, herauszufinden, ob auch die gemittelten Antworten aus einem gegebenen Areal durch verschiedene Geometrien des Stimulus beeinflusst werden.

Methoden: Multifokale ERGs wurden mit dem VERIS-System (EDI, San Mateo) abgeleitet. Der Stimulus wurde auf einem Monitor mit einer Bildwiederholungsfrequenz von 75Hz mit einer durchschnittlichen Leuchtdichte von 51,8 cd/m2 und 93 % Kontrast präsentiert. Der Stimulus bestand aus 7 - 509 skalierten hexagonalen Elementen in einem Feld von ca. 60° Durchmesser. Der Monitor wurde mit einem Karton mit einer zentralen Öffnung von 25° abgedeckt, so dass unabhängig von der Stimulusgeometrie immer die gleiche retinale Fläche stimuliert wurde. Quantitativ wurden die Amplituden und Latenzzeiten des Kerns 1. und 2. Ordnung ausgewertet.

Ergebnisse: Die Antwortdichte des Kerns 1. Ordnung in den zentralen 25° war am höchsten für den groben Stimulus mit nur 7 Elementen (8,2 +/- 1,3 nV/sqdeg (n=5)) und war niedriger für den Stimulus aus 509 Elementen (6,6 +/- 1,7 nV/sqdeg). Ebenso nahm die Latenzzeit bei zunehmender Zahl von Stimuluselementen ab: 31,1 ms +/- 1,0 ms bei 7 Elementen und 29,5 +/- 1,1 ms bei 509 Elementen. Bei den Amplituden der Kerns 2. Ordnung zeigten sich keine wesentlichen Unterschiede in Bezug auf die Stimulusgeometrie während die Latenzzeiten mit höhere Anzahl der Stimuluselemente abnahm.

Schlußfolgerung: Die gemittelten Antworten eines definierten Gebiets im multifokalen ERG hängt von der Anzahl der Stimuluselemente ab. Nicht nur die Lichtmenge, die ein retinales Areal in einem Zeitraum stimuliert, sondern auch Effekte durch Kanten zwischen Stiumluselemente beeinflussen die Antworten. Die Auswahl eines Stimulusbildes beeinflusst nicht nur die erreichbare Auflösung und das Verhältnis von Signal und Rauschen in einem gegebenen Areal, sondern auch andere Antworteigenschaften wie Amplitude und Latenz.

Unterstützt durch DFG Zr 1/10-1

1Abt. für Pathophysiologie des Sehens und Neuroophthalmologie, Tübingen

2Augenklinik der Medizinischen Hoschschule Hannover

3Abt. für Kinderophthalmologie, Regensburg



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