98. Jahrestagung der DOG 2000

P 144

Multifokale Elektroretinographie bei Patienten mit altersabhängiger Makuladegeneration und harten und weichen Drusen

B. Jurklies, M. Weismann

Einleitung: Die funktionellen Veränderungen bei Patienten mit harten bzw. weichen Drusen im Rahmen einer altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) sollten mit Hilfe der multifokalen Elektroretinographie (MFERG) untersucht und verglichen werden.

Methoden: Patienten mit harten (20 Augen) oder weichen (23 Augen) Drusen wurden anhand von Fundus-Photographien oder Fluoreszeinangiographien ausgewählt. Mit der multifokalen Elektroretinographie (VERIS, EDI, San Francisco) wurden 103 lokale Netzhautantworten aus dem zentralen Bereich (25x30°) der Netzhaut abgeleitet. Für die Auswertung wurden die lokalen Antworten zu konzentrisch um den Fixationspunkt angeordneten Ringen zusammengefasst (Ring 1: Zentrum bis Ring 6: äusserster Ring). Die gemittelten Amplituden und Gipfelzeiten des ersten negativen ("a-Welle") und positiven ("b-Welle") Gipfels dieser Ringe wurden ausgewertet.

Ergebnisse: Die mittleren Amplituden von Ring 1 bis 6 waren bei beiden Patientengruppen im Vergleich zu einer augengesunden Kontrollgruppe reduziert. Ausgedrückt als Prozentwert der Normgruppe ("normierte" Amplituden), lag die Reduktion zwischen 10-44% und war statistisch signifikant. Weiche Drusen führten vor allem im Zentrum zu einer Reduktion der normierten Amplituden. Harte Drusen führten zu einer eher gleichförmigen Reduktion der normierten Amplituden im Bereich der Ringe 1 bis 5. Die Abweichung der Amplituden von den Normwerten war in den Ringen 2 bis 6 ausgeprägter für harte als für weiche Drusen, während diese im zentralen Feld (Ring 1) bei weichen Drusen stärker betroffen waren als bei harten.

Die Gipfelzeiten (Ring 1 bis 6) waren mit 9-17% im Vergleich zur Normgruppe ("normierte Gipfelzeiten") statistisch signifikant verlängert. Diese Verlängerung war für harte Drusen ausgeprägter als für weiche Drusen.

Diskussion: Im Vergleich zu einer gesunden Kontrollgruppe führen Drusen zu statistisch signifikanten Veränderungen von Amplituden und Gipfelzeiten der lokalen ERG-Antworten. Diese Daten weisen darauf hin, dass die Netzhautfunktion bereits in frühen Stadien der AMD beeinträchtigt ist.

Gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (Ju 379/1-1)

Universitätsklinikum Essen, Augenklinik, Hufelandstrasse 55, 45122 Essen





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