98. Jahrestagung der DOG 2000

P 142

Das CD5+ konjunktivale MALT- Lymphom – eine Fallbeschreibung

A. H. Heuring1,3, F. E. Franke2, H. B. Eckhardt3, W. W. Hütz3

Hintergrund: MALT-Lymphome entstammen dem sogenannten "mucosa-associated-lymphoid-tissue" und haben häufig eine chronisch-entzündliche bzw. autoimmune Genese. Histopathologisch besteht eine lymphozytische Infiltration mit größeren, zentrozytenartigen B-Lymphozyten. Neben einem diffusen und parafollikulären Wachstumsmuster ist eine Invasion der Zellen ins Epithel typisch ("lymphoepithelial lesions"). Immunphänotypisch sind die Tumorzellen positiv für monotypisches Oberflächen- Ig (sIg) und manchmal auch für zytoplasmatisches-Ig (cIg) (gewöhnlich IgM). Darüberhinaus exprimieren sie die Pan-B-Zell-Antigene CD19, CD20, CD22 und CD79a. Typischerweise sind sie aber negativ für die T-Zellmarker CD5 und CD10, sowie das B-Zell-Antigen CD23. CD5+ MALT-Lymphome stellen bislang –auch extraokulär- eine echte Rarität dar.

Fallbeschreibung: Ein 79-jähriger Mann stellte sich mit einem 1,5 cm großen indolenten, epibulbären Tumor am RA vor. Links bestand seit ca. 30 Jahren ein Zustand nach schwerer (unspezifischer) anteriorer Uveitis. Der Tumor schien klinisch gut abgegrenzt, allerdings wiesen die MRT-Bilder eine diffuse und intraorbitale Ausdehnung nach. Die histologische und immunhistologische Analyse lieferte die Diagnose eines niedrig-malignen NHL, das weiter als okuläres, konjunktivales primäres MALT-Lymphom klassifiziert werden konnte. Die Tumorzellen waren jedoch untypisch positiv für den T-Zellmarker CD5. Da weder eine nodale, noch eine systemische Invasion bestand, wurde eine Radiotherapie eingeleitet (40 Gy, fraktioniert 5 x 2 Gy/Woche). 18 Monate später konnte bei dem Patienten kein Lymphom mehr nachgewiesen werden.

Diskussion: Differentialdiagnostisch kommen CD5+ NHL, also die B-CLL und das Mantelzelllymphom, in Frage. Diese konnten allerdings sowohl morphologisch, als auch phänotypisch eindeutig abgegrenzt werden, außerdem ist der klinische Verlauf dieser Erkrankungen deutlich aggressiver.

1Klinik für Augenheilkunde, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

2Institut für Pathologie, Justus-Liebig-Universität Gießen

3Augenklinik Bad Hersfeld



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