98. Jahrestagung der DOG 2000

K 136

Irismetastasen bei Mammakarzinom

R. Neitzke, A. Müller, C. W. Spraul

Einleitung: Irismetastasen sind selten. Es wird über eine Patientin mit Metastasen im Bereich der Iris sowie des Kammerwinkels bei Mammakarzinom berichtet

Methoden: Eine 60-jährige Frau mit Mammakarzinom (Primärstaging: invasives intraductales Mamma-Carcinom G2 pT2 pN0 M0; Stadium IIA) stellte sich 5 Jahre nach Exzision des Tumors mit Irisveränderungen vor. Neben der Spaltlampen-untersuchung mit Gonioskopie wurde die Ultraschall-Biomikroskopie (UBM) und die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) zur Diagnostik genutzt.

Ergebnisse: Die Irismetastasen zeigten sich bei der Untersuchung als multiple, weißliche und rötliche Knötchen in der unteren Hemisphäre der Iris des rechten Auges. Die Knötchen stellten sich im Niveau der Iris dar. Die Haupttumormasse (2 x 2,5 mm) war nasal lokalisiert, prominent und gefäßreich. Die Patientin hatte keine subjektiven Beschwerden. Die Metastasen waren ein ZuFallsbefund bei augenärztlicher Kontrolle. Der Visus betrug mit bester Korrektur an beiden Augen 0,5, der Augeninnendruck lag rechts bei 7, links bei 9 mmHg. Die Infiltration des Kammerwinkels über 2 Stunden wurde mittels Gonioskopie und UBM objektiviert. Im UBM stellte sich eine lobuläre Raumforderung mit mittel- bis niedrigreflektiven Echos im Bereich des Kammerwinkels dar. Die Tumorausdehnung betrug sonographisch 2,5 x 3,2 mm. Die Grenze zum tumorfreien Gewebe war unscharf. Das Glukoseanalogon 18F-2-fluoro-2-deoxy-D-Glucose wurde im Rahmen der PET-Untersuchung angewandt. Die systemische Untersuchung mit Hilfe der PET zeigte – neben den Irisveränderungen – auch Metastasen im Bereich der Leber, Lunge, Knochen und Lymphknoten. Die Irismetastasen hatten einen malignomtypischen Glukosestoffwechsel. Eine Chemotherapie wurde eingeleitet.

Diskussion: Das Mammakarzinom führt selten zu Irismetastasen. Die Positronen-Emissions-Tomographie ist ein sensitives diagnostisches Verfahren zur Entdeckung von Metastasen und hilfreich für die Entscheidung der weiteren Therapie. Bei Einzelmetastasen der Iris gehören neben der Gamma-Therapie auch die Argon-Laser-Therapie, die Xenon-Lampen-Photokoagulation sowie die Blockexzision zu den Optionen. Bei systemischen multiplen Metastasen bleibt lediglich ein Therapieversuch mit Chemotherapie und Radiotherapie. 
 

Augenklinik, Universitätsklinikum Ulm, Prittwitzstraße 43, D-89075 Ulm/Donau



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