98. Jahrestagung der DOG 2000

K 135

Histopathologie der Hornhaut bei Silikonöl-Keratopathie

W. Sekundo, L. Hesse, J. Schmidt, P. Kroll

Einleitung: Das Ziel der vorliegenden Studie bestand darin, eine klinisch-pathologische Korrelation bei der sogenannten Silikonölkeratopathie zu finden.

Material und Methoden: Das Register des ophthalmopathologischen Labors der Universitäts-Augenklinik Marburg wurde 10 Jahre retrospektiv im Bezug auf die Diagnosen „bullöse Keratopathie", „Endothel-Epitheldekompensation", „Bandkeratopathie", und „Endotheldegeneration" durchgesehen. Die Auswertung der entsprechenden Krankengeschichten definierte eine Auswahl von 6 Hornhautpräparaten, bei denen eine eindeutige klinische Diagnose „Silikonölkeratopathie" stand. Diese Präparate wurden lichtmikroskopisch in HE- und PAS-Färbung untersucht.

Ergebnisse: Bei 4 von 6 Hornhäuten fand sich eine lange bestehende bullöse Keratopathie, in einem weiteren Präparat zeigte sich ein Ulcus corneae. Das Hornhautstroma war unterschiedlich gequollen. Mit einer Ausnahme, bei der guttata-ähnliche Warzen sichtbar waren, war der embryonale Anteil der Descemet’ Membran unauffällig und kontinuierlich. Bei allen Präparaten erkannte man im adulten Anteil der Descemet’ eine hintere kollagene Schicht. Diese bindegewebige Schwarte war mit degenerierten Endothelzellen (Zelluntergang, intrazelluläre Melanophago-zytose etc.) assoziiert. Die Endothelzelldichte war mit 0 bis 5 Zellen pro Hochauflösungsfeld deutlich reduziert.

Schlußfolgerung: Der pathognomonische histologische Befund der Silikonölkerathopathie besteht im Vorhandensein einer hinteren kollagenen Schicht bei gleichzeitiger Endotheldegeneration. Die möglichen Entstehungsmechanismen werden diskutiert.

MZ für Augenheilkunde, Philipps-Universität Marburg, Robert-Koch-Str.4, D - 35037 Marburg



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