98. Jahrestagung der DOG 2000

V 110

Immunsuppression durch Kombinationstherapie mit Basiliximab und Ciclosporin bei Hochrisikokeratoplastik

K. Schmitz, S. Hitzer, B. Kreutzer, W. Behrens-Baumann

Das Risko einer postoperativen Immunreaktion mit nachfolgender Transplantatabstoßung nach perforierender Keratoplastik ist bei Vorliegen bestimmter Risikofaktoren (Hornhautvaskularisation, vorausgegangene Abstoßungsreaktion, großer Transplantatdurchmesser, Limbusnähe der Trepanation) erheblich erhöht. In solchen Situationen kommen etablierte immunsuppressive Substanzen (Steroide, Ciclosporin A) zum Einsatz, jedoch können Abstoßungen auch unter dieser prophylaktischen Medikation auftreten.

Basiliximab ist ein monoklonaler Antikörper mit hoher spezifischer Bindungsaffinität an den IL-2-Rezeptor aktivierter T-Zellen. Nach Nierentransplantation reduziert es in Kombination mit Ciclosporin die Häufigkeit akuter Abstoßungsreaktionen um ca. 30% gegenüber Placebo.

Fragestellung: Kann durch die komplementäre Immunsuppression mit dem IL-2 Synthesehemmer Ciclosporin und dem IL-2-Rezeptor-Antagonisten Basiliximab das Risiko einer Transplantatabstoßung nach Hochrisikokeratoplastik weiter reduziert werden?

Patienten und Methodik: In einer offenen Pilotstudie erhielten sieben Patienten mit Hochrisikokeratoplastik eine Kombinationstherapie bestehend aus 2 x 20 mg Basiliximab perioperativ und Ciclosporin (Blutspiegel 180-200 ng/ml) postoperativ. Alle Patienten erhielten eine perforierende Keratoplastik mit einem nicht HLA-typisierten Transplantat.

Ergebnisse: 7 Patienten (5 männl., 2 weibl.) wurden zwischen 12/98 und 12/99 bei Transplantatdurchmessern zwischen 7,1 und 9,5 mm operiert. Bei allen Patienten lagen als Risikofaktoren erhebliche Vaskularisationen vor. Indikation war in 4 Fällen ein Narbenzustand nach Herpeskeratitis, in 2 Fällen Z.n. Kalkverätzung und in 1 Fall Z.n. Verbrennung. In einem Fall handelte es sich um die dritte Re-Keratoplastik. Während der Nachbeobachtungszeit von bisher 3-14 Monaten beobachteten wir keine Immunreaktion, alle Transplantate sind klar. Der Visus stieg im Mittel von 0,04 auf 0,22 postoperativ.

Schlußfolgerung: Die vorläufigen Ergebnisse mit Basiliximab in Kombination mit Ciclosporin sind sehr vielversprechend. Zur weiteren Bewertung planen wir die Initiierung einer randomisierten prospektiven Studie, die möglichst multizentrisch durchgeführt werden sollte.  

Universitäts-Augenklinik, Leipziger Straße 44, D-39120 Magdeburg



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