98. Jahrestagung der DOG 2000

V 105

Systemisches Mycophenolatmofetil (MMF) und Cyclosporin A (CSA) nach perforierender Hochrisiko-Keratoplastik – 3-Jahres-Ergebnisse einer randomisierten, prospektiven Studie

T. Reinhard, A. Reis, M. Malinowski, E. Godehardt, R. Sundmacher

Hintergrund: In dieser Studie wurden Effektivität und Sicherheit von systemischem MMF im Vergleich zur bisherigen systemischen Standard-Immunsuppression CSA nach perforierender Hochrisiko-Keratoplastik überprüft.

Patienten und Methoden: Seit März 1997 erhielten in einer randomisierten, prospektiven Studie je 30 Patienten nach perforierender Hochrisiko-Keratoplastik über 6 Monate entweder systemisches MMF in einer Dosis von 2x1g/Tag oder systemisches CSA mit Talspiegeln von 120-150 ng/ml. Das mittlere Alter der MMF-Patienten betrug 53 (17-88), das der CSA-Patienten 60 (29-88) Jahre. Die Therapie-Effektivität wurde anhand der Anzahl von Immunreaktionen und/oder Transplantatversagen, die Therapie-Sicherheit anhand der Therapienebenwirkungen erfaßt.

Ergebnisse: Bei einer durchschnittlichen Nachbeobachtungszeit von 18 (6-36) Monaten ist es in der MMF-Gruppe zu keinem irreversiblen Transplantatversagen gekommen. Hingegen wurde in der CSA-Gruppe 1 irreversibles Transplantatversagen beobachtet. In der MMF-Gruppe wurden 4 reversible Immunreaktionen (1 unter Therapie, 3 nach Ausschleichen), in der CSA-Gruppe 1 irreversible (unter Therapie) sowie 3 reversible (2 unter Therapie, 1 nach Ausschleichen) Immunreaktionen beobachtet. In der MMF-Gruppe wurde die Immunsuppression bei zwei Patienten vorzeitig beendet, bei einem Patienten wegen eines Hodgkin-Lymphoms, das 1 Monat nach Prophylaxe-Beginn festgestellt wurde, bei dem anderen Patienten wegen einer Verschlechterung der Hautsituation bei Neurodermitis. In der CSA-Gruppe führten eine Erhöhung der Leberwerte sowie eine ausgeprägte Gingivahyperplasie zweimal zum vorzeitigen Absetzen der Immunsuppression.

Schlussfolgerung: In dieser Studie zeigte sich systemisches MMF bei bis zu 3jähriger Nachbeobachtungszeit bislang als effektives und sicheres Immunsuppressivum nach perforierender Hochrisiko-Keratoplastik.

Augenklinik, Heinrich-Heine-Universität, Moorenstr. 5, D-40225 Düsseldorf



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